Europa-Spitze via Zelltod
Die beste Doktorarbeit Europas verfasste eine Grazer Biochemikerin. Ihre Forschungen zum Zelltod führt sie jetzt nach Stockholm.

Foto © Markus LeodolterSabrina Büttner untersucht Vorgänge in der Zelle. Ihre Arbeit wurde zur besten Dissertation Europas gekürt
"Ich habe noch gar nicht realisiert, was das bedeutet", sagt Sabrina Büttner, die einen beinahe unglaublichen Erfolg landete: Das Top-Forschungsmagazin "Science" kürte ihre Dissertation zur besten Doktorarbeit Europas. Neben der Ehre sind auch die 5000 Euro Preisgeld, die Einladung nach Stockholm nächste Woche und das Treffen mit Nobelpreisträgern dort einzigartig.
Rückschlüsse. Büttner ist "Beutesteirerin". Die gebürtige Deutsche studierte in Tübingen, ehe sie ihrem Lehrer Frank Madeo nach Graz folgte. Hier entstand mit Unterstützung des Wissenschaftsfonds die Arbeit am Institut für Molekularbiologie an der Grazer Uni. Büttner befasst sich mit Mechanismen, die zum Absterben von Zellen führen. Sie untersuchte zwar Hefezellen, doch dies erlaubt Rückschlüsse für den Menschen. Läuft dieser Zelltod-Mechanismus aus dem Ruder, kann es zu Tumoren, zu Alzheimer oder Parkinson kommen.
Für immer. Ursprünglich wollte Büttner ja Künstlerin werden, doch dann kam es anders. Ihre Schulfreunde spotteten, sie fürchte sich vor den Chemieversuchen. Das ließ sie nicht auf sich sitzen und studierte - Biochemie. Jetzt ist sie zwar für drei Jahre als Postdoc an der Uni angestellt, doch dieser Top-Preis dürfte ihr jedes Labor der Welt öffnen - die ersten Angebote dürften bald eintrudeln. Dennoch: "Graz wäre eine Stadt, wo ich für immer bleiben könnte", sagt sie lachend.
Salsa. Wenn die 30-jährige Forscherin nicht ihre Hefezellen verfolgt, liest sie gerne (bevorzugt Science-fiction) und spielt Beach-Volleyball. Aber vor allem treibt es sie aufs Tanzparkett: Die begeisterte Salsa-Tänzerin gibt sogar gelegentlich Unterricht.
Features
Zur Person
Sabrina Büttner stammt aus der Nähe von Stuttgart. Sie studierte in Tübingen und dann in Graz.
Die weltweit wichtigste Wissenschafts-
zeitschrift kürte ihre Dissertation zur besten europäischen Arbeit des Jahres.
















