Steirer stürmen die Ambulanzen
Lange Wartezeiten, genervte Patienten, überlastete Mitarbeiter: Die Spitalsambulanzen platzen aus allen Nähten. Kages-Vorstand Werner Leodolter fordert bessere interne Abläufe und mehr Geld.

Foto © KLZ DIGITAL/ScheriauLange Wartezeiten müssen Kranke in Kauf nehmen.
Dass es beim Ambulanzbetrieb in den Spitälern meist nur mehr um akute Mangelverwaltung geht, davon können die Patienten ein Klagelied singen. Fast immer zählen lange Wartezeiten zu den unerfreulichen Begleiterscheinungen des Spitalsbesuchs. Und wenn man dann endlich behandelt wird, ist das Arbeitsklima mitunter gereizt, weil auch den Ärzten und dem Pflegepersonal die Zeit zum "Durchschnaufen" fehlt.
Probleme. Werner Leodolter, seit dem Frühjahr als Kages-Vorstand im Amt, bestätigt diese Probleme: "Die Bürger stürmen die Ambulanzen, wir merken eine starke Zunahme der Behandlungsfälle", schildert er. Zwei Trends sind zu beobachten: Erstens fahren die Menschen auch mit "leichteren" medizinischen Problemen zunehmend ins Spital. Das führt etwa dazu, dass in der Erstaufnahmestation des Grazer Landeskrankenhauses (EBA) 60 Prozent der Patienten nach der Versorgung gleich wieder nach Hause entlassen werden. Zweitens werden die Ambulanzen auch in der Nacht und am Wochenende verstärkt frequentiert.
Patienten. "Manche Patienten konsumieren bei uns an einem Wochenende eine komplette Durchuntersuchung", sagt der Kages-Vorstand. Als Kritik will er das nicht verstanden wissen - im Gegenteil, der Ansturm sei ja ein Beleg für die gebotene Qualität. Andererseits gelangen die Spitäler und ihre Beschäftigten an ihre Leistungsgrenzen: "Die Situation ist sehr belastet", heißt das im Manager-Deutsch. Eine Zunahme von Burn-Out-Fällen wird beobachtet.
Gegenmaßnahme. Als Gegenmaßnahme setzt Leodolter einerseits auf Verbesserungen in den internen Abläufen, andererseits auch auf mehr Personal. Der Wirtschaftsplan 2009 sieht die Einstellung von mehr als 100 zusätzlichen Mitarbeitern im ärztlichen und pflegerischen Bereich vor.
Geld. Dahinter geht es natürlich auch ums Geld, zumal die Spitäler ja mit Vollgas gegen die Wand fahren: Ab 2011 wird der Geldbedarf der Krankenanstaltengesellschaft Kages massiv steigen, weil neben dem bisherigen Betriebsabgang (rund 270 Millionen Euro jährlich) auch Miete für die "verkauften" Immobilien bezahlt werden muss. Manche Szenarien rechnen sogar damit, dass die Kages in Konkurs geschickt werden muss und die Spitäler dann organisatorisch wieder ans Land zurückfallen.
Erwartung. Eine Erwartung, die Loeodolter nicht teilt: "Ich gehe davon aus, dass das Land seine Finanzierungszusagen einhält." Wo das Land das Geld hernehmen wird, weiß freilich auch der Spitals-Boss nicht. Er macht sich - wie viele Gesundheitsexperten - für eine Totalreform der Gesundheitsfinanzierung stark. Die Spitäler könnten dann künftig für jede erbrachte Ambulanz-Leistung einen leistungsabhängigen Erlös bekommen. Allerdings müsse man die Sonderstellung der Kages-Spitäler berücksichtigen: "Wir sind das Sicherheitsnetz für alle schweren und teuren Fälle. Diesen Versorgungsauftrag muss man gesondert abgelten."
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Werner Leodolter, seit dem Frühjahr als Kages-Vorstand im Amt, bestätigt diese Probleme: "Die Bürger stürmen die Ambulanzen, wir merken eine starke Zunahme der Behandlungs-
















