Grazer Chirurgie-Ausbau: Um Finanzierung wird gerungen
Architekten Perthaler & Lorenz bekamen Zuschlag - Tauziehen um Drittel- oder Hälftebeteiligung des Bundes.

Foto © KLZ DIGITAL/ScheriauDer Hilferuf hat gefruchtet: Die Gesamtsanierung soll - bei laufendem Betrieb - in vier Bauetappen innerhalb von etwa 14 bis 16 Jahren erfolgen
Die Planung des neuen Chirurgieblocks am LKH-Uniklinikum Graz hat das Grazer Architektenbüro Pernthaler & Pernthaler & Lorenz gewonnen. Um die Finanzierung des lange fälligen Um- und Neubaus der Chirurgie - rund 180 Mio. Euro - werde nach wie vor mit dem Bund gerungen, hieß es am Freitagvormittag bei der öffentlichen Präsentation des Siegerprojektes.
Sanierung. Die Situation ist seit längerem bekannt: Sechsbettzimmer ohne Dusche und WC, Wasserrohrbrüche im OP, Dienstzimmer eng wie Umkleideräume - der Grazer Chirurgieblock schreit nach Sanierung und Erweiterung. Es fehle auch an Platz auf der Intensivstation, ebenfalls augenscheinlich sind die beengten Verhältnisse beim Unterricht der Studierenden, schilderte Klinik-Chef Karlheinz Tscheliessnigg. "Wir haben ein Flächendefizit von 13.000 Quadratmetern", illustrierte Ernst Fartek, Finanzvorstand der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft KAGes, die räumliche Situation.
Einreichplanung. Die Einreichplanung könnte bis Frühjahr 2010 abgewickelt sein. Baubeginn wäre dann Mitte 2011, Fertigstellung der ersten Etappe 2013. Solange die Kostenaufteilung zwischen Bund und Land nicht geklärt ist, heißt es allerdings weiterhin Warten. Bis jetzt war der Bund nicht bereit, mehr als ein Drittel der Investitionen zu übernehmen. Das Land pocht aber darauf, dass sich der Bund zur Hälfte beteiligt. Die Verhandlungen zwischen dem Land Steiermark und der Bundesregierung werden seit rund einem Jahr geführt. "Wir hoffen, dass wir möglichst bald die Finanzzusage seitens des Bundes bekommen", so KAGes-Vorstandsvorsitzender Werner Leodolter. Die "Chirurgie neu" stellt den größten "Brocken" des Projekts "LKH 2020" dar. In diesem finden sich auch die Neubauten für Zahnklinik und Blutbank sowie die Sanierung der Klinik für Strahlentherapie und entsprechende Medizintechnik. Das Gesamtprojekt wurde in den vergangenen Jahren von 1,2 Mrd. auf nunmehr 462 Mio. Euro abgespeckt.
Chirurgieblock. Der aktuelle Chirurgieblock besteht aus dem aus der Entstehungszeit des Klinikums Graz stammenden Altbau und dem in den Anfang der 1970er-Jahre entstandenen zehngeschossigen Chirurgiehochhaus. Zahlreiche Um-, Zu- und Sanierungsmaßnahmen innerhalb des Komplexes wurden bereits vorgenommen. Die Gesamtsanierung soll - bei laufendem Betrieb - in vier Bauetappen innerhalb von etwa 14 bis 16 Jahren erfolgen.














