Kleines Glückspiel: Einsatz steigt ums Zwanzigfache
Neuer Entwurf erlaubt Spiel um zehn Euro statt 50 Cent. KPÖ sieht darin eine "Lex-Novomatic".

Foto © LeodolterErnest Kaltenegger bezeichnet das vorgelegte Gesetz als "verantwortungslos"
Das Kleine Glücksspiel wird groß. Schon bisher stürzten die Spielautomaten mit einem Höchsteinsatz von 50 Cent tausende steirische Familien ins finanzielle Unglück. Der neue Entwurf von VP-Finanzminister Wilhelm Molterer, der das Glücksspiel zur Bundeskompetenz erklärt, sieht nun ein Limit von zehn Euro vor - der Einsatz ist damit zwanzig Mal höher als bisher erlaubt.
Erbost. KPÖ-Chef Ernest Kaltenegger ist erbost: "Damit ist es legal möglich, binnen einer Stunde rund 3600 Euro zu verspielen." Die eingebauten Hürden - etwa Einlasskontrollen bei Spielsalons - bezeichnet er als "Placebos".
Spielautomaten.
Überhaupt geht der KP-Klubobmann mit dem Finanzminister hart ins Gericht. "Der neue Entwurf ist eine Lex Novomatic." Hintergrund: Spielsalons soll künftig nur mehr derjenige aufsperren können, der vom Bund eine Konzession erhält. Dafür braucht es ein Eigenkapital von 50 Millionen Euro. Kaltenegger: "Es ist ein offenes Geheimnis, dass nur ein Konzern in Österreich dieses Kapital aufbringen kann - Novomatic." Der Spielautomaten-Gigant aus Niederösterreich, der hinter der omnipräsenten Admiral-Kette steht, sei "politisch offenbar gut vernetzt". VP-Wissenschaftsminister Gio Hahn war bis 2003 Vorstandsvorsitzender der Novomatic AG, Ex-SPÖ-Innenminister Karl Schlögl sitzt heute im Aufsichtsrat.
Kritik an der Novelle kommt aber nicht nur von Seiten der KPÖ, die kleinen Automatenaufsteller fürchten um ihre Existenz.













