Lärm in der Schule: Steirischer Ratgeber für Lehrer erschienen
Wer etwas lernen will, muss zuhören können. Wie aber eine Schülerbefragung der Arge Zuhören gezeigt hat, gibt es in den Klassenzimmern in der Steiermark - aber wohl nicht nur dort - ein gravierendes Lärmproblem.

Foto © APALärm in der Schule ist für viele Lehrer bereits ein großes Problem.
Jeder Dritte der 1.100 befragten Schüler
gab an, dass es ihm oft schwer falle, dem Unterricht zu folgen.
Ratschläge, um die Lärmbelastung in der Schule zu reduzieren und
Details zur Studie enthält die Publikation "Lärm in der Schule".
Lauter geworden. In den Klassenzimmern ist es in den vergangenen Jahren lauter
geworden: Dieser Meinung sind laut der jüngsten Umfrage der "Arge
Zuhören" vom Vorjahr auch mehr als zwei Drittel der rund 1.450
befragten Pflichtschullehrer in Salzburg, Niederösterreich und der
Steiermark. Ein hoher Lärmpegel hat negative Auswirkungen auf Kinder:
Sie arbeiten langsamer und behalten Gelerntes schlechter, kämpfen mit
Motivationsproblemen und werden häufiger aggressiv, so der
Abteilungsleiter für Schulpsychologie-Bildungsberatung im
Landesschulrat für Steiermark, Josef Zollneritsch. Er hat gemeinsam
mit Unternehmensberater Erich Hotter, das Arbeitsbuch verfasst.
Lärm nicht spurlos. An den Pädagogen geht der Krawall in Unterricht und Pausen nicht
spurlos vorbei: Jeder fünfte Lehrer zählt nach Klassifizierung der
Autoren zur Risikogruppe der "hoch Belasteten" und leidet
gesundheitlich besonders stark unter der Situation. Tendenziell
fallen eher männliche Pädagogen an städtischen Hauptschulen in diese
Gruppe. Hotter und Zollneritsch warnen: "Dreht sich die Lärmspirale
in den Schulen ungehindert weiter, so ist zu befürchten, dass die
Gruppe der hoch Belasteten weiter anwachsen wird." Um diesem Szenario
entgegenzuwirken, bündeln die Autoren in ihrem Werk ihre
Verbesserungsvorschläge.
Lärmampeln. Die ARGE Zuhören führt u.a. Schülern und Lehrern die
Lärmsituation, in der sie sich befinden, mittels 'Lärmampeln' vor
Augen. An 150 steirischen Schulen kamen die Geräte, die zeigen, wie
schnell die Geräuschpegel in den Klassenzimmern ansteigen können,
bereits zum Einsatz. "Alleine diese Sensibilisierung führt schon
dazu, dass es ruhiger in den Klassen wurde", schildert Zollneritsch.
Prävention. Lärmprävention sei beispielsweise auch durch wöchentlich
stattfindenden Hörclubs, in dem Kinder angeleitet werden, ihre
Zuhörfähigkeit zu üben - möglich. Aber auch die akustische Sanierung
bestehender Räume und Schaffung zusätzlicher Ruhe- und
Entspannungsorte kann zur Verminderung der Lärmbelastung beitragen,
wird in der Publikation ausgeführt.
Features
Fakten
Präsentationdes Buches ist am 11. November in Graz, Trauungsaal des Rathauses.
















