2009 drohen Graz rund 1500 Arbeitslose mehr
SP-Chef Riedler schlägt Alarm: "Stadt muss ein Maßnahmenbündel schnüren."

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Bei Magna hat diese Woche die Kurzarbeit begonnen, Meldungen über Personalabbau geistern durch verschiedenste Branchen - die Folgen der Finanzkrise haben die Realwirtschaft und damit den Arbeitsmarkt in Graz erreicht. Wie in der gesamten Steiermark (wir berichteten) schrillen nun auch in der Landeshauptstadt die Alarmglocken. Im Vergleich zum Oktober 2007 ist die Arbeitslosigkeit diesen Oktober um 1,5 Prozent gestiegen: 10.561 Grazer sind ohne Job. Vor allem Leiharbeiter, Junge und Ältere erwischt es.
Düstere Prognosen.
Noch düsterer sind aber die Graz-Prognosen des AMS für 2009. SP-Chef Wolfgang Riedler sieht dunkle Wolken aufziehen. Die Arbeitslosenzahlen könnten um mehr als zehn Prozent steigen: "Die Durchschnittsarbeitslosigkeit betrug heuer von Jänner bis Oktober 10.897. Für 2009 sind im Schnitt 1500 Arbeitslose mehr zu befürchten." Daher müsse die Stadtpolitik jetzt aktiv werden und ein Maßnahmenbündel verabschieden, fordern Riedler und SP-Sozialstadträtin Elke Edlinger. Hier die Vorschläge:
Monatlicher Jobgipfel: Bürgermeister Siegfried Nagl soll einen monatlichen Job-Gipfel mit Arbeitsmarktservice, Sozialpartnern und Stadt initiieren, um Gegenmaßnahmen zu entwickeln.
Ersatz für die Lehrwerkstätte: Für die vor der Schließung stehende Telekom-Lehrwerkstätte in Graz gelte es, mit dem Land eine außerbetriebliche Lehrwerkstätte zu gründen, die 200 Ausbildungsplätze für elektronische Facharbeiter schafft.
Brandenburger Modell: Nach deutschem Vorbild soll von der städtischen Wirtschaftsabteilung ein Runder Tisch für Unternehmeranliegen und Ansiedlungsprojekte eingeführt werden. Alle Behördenverfahren sollen - durch 14-tägige Amtsleiterrunden - koordiniert und beschleunigt werden. Auch das Immobilien-Angebot der städtischen GBG soll für Betriebsansiedlungen im Modell integriert werden. In Brandenburg habe es nach Einführung des Runden Tisches 42 Prozent mehr Betriebsansiedlungen gegeben.
Grazer Vereine statt Großprojekte: Der SP-Chef warnt, die allgemein übliche Konjunkturankurbelung der öffentlichen Hand einzusetzen: "Die Stadt sollte keine teuren Projekte initiieren. Davon profitieren meist Firmen von außerhalb, die mittels Leiharbeitern vorgehen. Stattdessen sollte man Subventionen an die Vereine, die im Dienst der Stadt in allen Bereichen vom Sozialen bis zur Gesundheit wichtige Arbeit leisten, sichern und forcieren." Das beute die Sicherung von Arbeitsplätzen in der Stadt Graz.
Wiedereinstiegsförderung: Die Mittel für die Reintegration Langzeitarbeitsloser von 300.000 Euro sollen im Budget aufgestockt werden, fordert Edlinger. Im Projekt "Graz-Jobs" gelinge es immer wieder über sechswöchige Probe-Jobs, Menschen zurück in den Arbeitsmarkt zu bringen.

















