Literatur-Adel, der verpflichtet
Ein Stelldichein des hohen Wortadels: Der Droschl-Verlag feierte den 30. Geburtstag.

Foto © Markus LeodolterDroschl-Verlag Feier in Graz.
Bitte nicht berühren. Sie werden ölig." So steht es auf dem Schild, das den Stiegenabgang im Grazer Kulturhaus ziert. Zumindest einen Abend lang war der Hinweis entbehrlich. Wenn in Graz Dichter feiern, ist die Gefahr, ölig zu werden, seit jeher von vornherein ausgeschlossen; im Normalfall werden Zwieback und, als schärfstes Getränk, hartes Mineralwasser gereicht. Alles andere ist ein Mythos. Faktum ist: Diese Stadt liebt und braucht berauschende Wortfeste und diesmal war der Anlass mehr als würdig und der Zustrom an Gästen sehr erfreulich. Der Literaturverlag Droschl feierte seinen 30. Geburtstag, mit kulinarischen Köstlichkeiten und mit literarischen Kostbarkeiten, an denen es in diesem wunderbaren Wortbergwerk nie mangelte.
Familiär. Höchst familiär ging es zu, was aber in diesem famosen Familienbetrieb, einstmals gegründet von Max Droschl, nunmehr geleitet von seiner Tochter Annette Knoch, nicht verwundert. Auf insgesamt 30 Säulen ruhten die "Jahrgangsbücher", allesamt erlesen, zwischendrin tummelten sich Droschl-Dichtergrößen wie Anna Kim, Andrea Winkler, Ingeborg Horn, Stefan Schmitzer, Wilhelm Hengstler, Bodo Hell und Reinhard P. Gruber der in einer famosen Satire belegte, wie schwer es sein kann, Dichter wegen permanenter Berührungsängste unter einen Hut zu bringen. Die Angst blieb aus, das Fest: berührend.

















