30 Jahre Zwentendorf: Ausstellung in Graz
Von Atomkraft-Gegnerin initiierte Schau sowie Buch lassen Ereignisse um Anti-AKW-Bewegung Revue passieren.

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Tod auf Raten!" war einer der Schlachtrufe der
Aktivisten, die vor 30 Jahren gegen die Inbetriebnahme des
Atomkraftwerks (AKW) im niederösterreichischen Zwentendorf
demonstrierten, die Massen mobilisierten und die erste
österreichische Volksabstimmung damit entscheidend beeinflussten.
Eine Ausstellung des steirischen Landesmuseum Joanneum sowie eine
Publikation bringt die Anti-Atomkraftbewegung der Siebziger-Jahre
wieder in den Blickpunkt.
Hintergrund. Am 5. November 1978 fand die erste Volksabstimmung der Zweiten
Republik über die friedliche Nutzung der Kernenergie in Österreich
und die Inbetriebnahme des AKW Zwentendorf statt. Mit 50,47 Prozent
gab es ein knappes "Nein" zu Zwentendorf. Das fertiggestellte, jedoch
nie in Betrieb genommene AKW wurde somit eine der größten
Investitionsruinen Österreichs.
Anlass. Als Anlass für die Ausstellung sah die Initiatorin Sigrid
Schönfelder, damalige Grazer Aktivistin, das mangelnde Interesse der
Medien am Fall Zwentendorf zum 25. Jahrestag der Volksabstimmung
2003. "Dem ORF war das Thema genau drei Minuten wert", so
Schönfelder, die daraufhin begann, Fotos von den Demonstrationen zu
sammeln und 2004 eine kleine Ausstellung zum 26. Jahrestag in der
Grünen Akademie in Graz zu machen.
Idee zum Buch. Durch das rege Interesse der Besucher kam ihr die Idee zum Buch
"Kein Kernkraftwerk in Zwentendorf! 30 Jahre danach", das im November
diesen Jahres erscheinen wird. Über 900 Bilder und Texte von
Zeitzeugen erzählen von den Anfängen der Bewegung und ihren
Wegepunkten. "Bei dem Buch handelt es sich um keine wissenschaftliche
Betrachtung der Ereignisse rund um die Volksabstimmung, sondern es
erzählt aus der Sicht der Atomkraft-Gegner", so Schönfelder.
"Büro der Erinnerungen". Die am Freitag eröffnete gleichnamige Ausstellung im Grazer "Büro
der Erinnerungen" zeigt darüber hinaus einen der Busse, mit denen die
Aktivisten zur Aufklärung der Bevölkerung quer durch Österreich
fuhren. Daneben gibt es rund 200 Fotos, Flyer und Plakate mit kurzen
Begleittexten zu betrachten, die die einzelnen Stationen der Bewegung
widerspiegelt. Text- und Bildbeiträge stammen unter anderen von
zahlreichen bekannten Persönlichkeiten wie dem Generaldirektors des
Naturhistorischen Museums in Wien, Bernd Lötsch, dem
Naturwissenschaftler Peter Weish oder dem SPÖ-Politiker Josef Cap.
Gegenwartsbezug. "Buch und Ausstellung sollen jedoch nicht nur Nostalgie
vermitteln", meinte Schönfelder. Für den Gegenwartsbezug sorgt zum
Beispiel die von der Zeitschrift "Falter" veranstaltete Debatte "30
Jahre Zwentendorf - und nun?" am 12. November, welche die 70er Jahre
Revue passieren lässt und die aktuelle Situation beleuchtet. Weiters
finden sich im Rahmenprogramm eine Lesung aus dem Buch am 4.
Dezember, sowie ein Zeitzeugengespräch am 22. Jänner 2009.
Features
Fakten
Ausstellung "Keine Kernkraft in Zwentendorf! 30 Jahre danach". 4.11. - 30.1. 2009. Eröffnung: 31.10., 18.00 Uhr, Büro der Erinnerungen, Neutorgasse 45, 8010 Graz. "Falter"-Debatte: 12.11, 19.00 Uhr Volkskundemuseum, Heimatsaal. Lesung aus "Keine Kernkraft in Zwentendorf!" mit Konzert, 4. 12., 19.00 Uhr, Büro der Erinnerungen, Zeitzeugengespräch, 22.1. 2009, 18.00 Uhr.)
















