Wenigstens in der Wahlzelle "lassen sie die Sau raus"
"Styrialog" der ÖVP: Annäherungen an die Ursachen für Wählerverhalten und Politikertriebe.

Foto © Erwin ScheriauH-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer
Nachdenken über die österreichische Parteienlandschaft war angesagt in der Grazer Burg - ÖVP-Chef und LH-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer hatte zu einem "Styrialog" geladen.
Gesellschaftsbild. Der Philosoph Rudolf Burger hatte mit seinem Befund des "Niederganges der Großparteien" den Anstoß geliefert. Es gebe kein Gesellschaftsbild mehr, auf das sich Politik gründe, nur noch Traditionsbestände und Interessensgleichklänge. In der Schlussfolgerung trifft sich Burger mit Schützenhöfer: Die große Koalition habe ausgedient.
Populistische Parteien. Eine interessante Ergänzung lieferte Soziologe Manfred Prisching: Die klassischen Parteien hätten darauf abgezielt, die Situation des einzelnen und der Gesellschaft zu verbessern. Populistische Parteien bestärkten den Menschen in dem, was er ist. Die neue Währung sei folglich das Signal der Obsorge und des Geld verteilens, das Signal von Schutz und Heimat und das Signal des Jungen, Lässigen und Lustigen.
"Pädagogischer" Zugang. Eine "finstere" Perspektive für Burger, eine Erklärung aber auch für den Zulauf zu FPÖ und BZÖ: Der "pädagogische" Zugang von Politik hätte also ausgedient. Da die Menschen heute ständig dazu angehalten würden, zu lernen, sich zu verändern, wolle man nicht auch noch von der Politik pädagogisiert werden und lasse wenigstens in der Wahlzelle "die Sau raus".
















