Nur 240 Kunden pro Telekom-Mitarbeiter
Festnetz verliert Bedeutung, Tausende Jobs wackeln.
Nur noch jede vierte Telefon-Gesprächsminute läuft übers Festnetz, pro Jahr kündigen bis zu 200.000 Österreicher ihren Anschluss und im ersten Halbjahr 2008 ist das Ergebnis der Festnetz-Sparte um 47 Prozent auf 53 Millionen Euro eingebrochen. Das sind die Gründe, warum Telekom-Boss Boris Nemsic dem "Problemkind" Festnetz - der Mobilfunkbereich entwickelt sich noch prächtig - einen harten Sparkurs verordnet hat.
Ineffizientes Unternehmen. Laut Nemsic sei die Telekom Austria mittlerweile das "ineffizienteste Telekom-Unternehmen Europas". Zum Vergleich: Auf jeden Mitarbeiter kommen in Österreich nur noch 240 Festnetz-Kunden. Tendenz fallend. Der Europa-Durchschnitt liegt hingegen bei 400 Kunden.
Zentralisierung. "Restrukturierung" heißt daher das Schlagwort fürs Telekom-Management, unter dem auch die Zentralisierung der Lehrlingsausbildung in Wien zu verstehen ist. Dennoch versichert Telekom-Sprecher Martin Bredl, dass "dieser Schritt auf die Zahl der Lehrlinge auch zukünftig keinen Einfluss" haben werde. "Wir brauchen diese Fachkräfte."
Einschnitte. Sehr wohl plant man bei der teureren älteren Belegschaft Einschnitte. Doch zwei Drittel der rund 9500 Telekom-Mitarbeiter sind Beamte und unkündbar. "Unser ständiges Bestreben, Leute mit ,Golden Handshakes' verfrüht in Pension zu schicken, reicht da nicht aus", so Bredl. Seit Monaten gibt es Pläne, 2000 Beamte - darunter rund 200 Steirer - in eine Agentur der Staatsholding ÖIAG auszulagern. Die Gewerkschaft läuft dagegen Sturm, und die Politik ließ in Wahlkampfzeiten die Finger von dieser heißen Kartoffel.
















