Kuschelabend statt Kaserne: Soldat erfand Überfall
Aus Angst vor militärischen Konsequenzen zeigte der junge Kärntner eine "brutale Tat" an.
Ein "komisches Gefühl" hatten die Ermittler von Anfang an bei der angezeigten Tat. Immerhin gab der 20-jährige Zeitsoldat aus St. Veit/Glan an, dass er Sonntagabend mitten in der Grazer Landhausgasse von vier Männern überfallen und mit einer Eisenstange niedergeschlagen worden sei. Dabei hätten ihm diese sogar seine Schuhe geraubt!
Widersprüche. Komisches Gefühl hin, komisches Gefühl her - "wir gehen allen Anzeigen gleich nach und müssen anfangs davon ausgehen, dass der Überfall stattgefunden hat", so ein Polizeibeamter des Kriminalreferats. Deshalb wurden über die Medien auch Zeugen des Raubes gesucht. Im Zuge seiner weiteren Einvernahme verwickelte sich der 20-Jährige jedoch immer mehr in Widersprüche, schließlich gab er zu, dass er den Raubüberfall schlicht erfunden hatte. "Er hatte einfach Angst vor Strafen des Bundesheeres", berichtet ein Ermittler.
Mitternacht. Statt Schlag Mitternacht in die Gratkorner Kaserne einzurücken, wo der Kärntner derzeit eine Fahrausbildung absolviert, fuhr der junge Mann zu seiner Freundin nach Graz und verbrachte die Nacht bei ihr. Als er Montag gegen acht Uhr früh schließlich viel zu spät in der Kaserne erschien, klagte er über Kopfschmerzen und erzählte vom "Überfall".
Militärspital. Prompt landete der 20-Jährige im Militärspital, von dort wurde er ins LKH Graz überführt und ambulant verarztet. Denn Verletzungen hatte er wirklich, doch diese waren schon älteren Datums. Schließlich wurde Anzeige erstattet, was für den Soldaten ins Auge ging: Disziplinarmaßnahmen des Bundesheeres gibt es jetzt trotzdem - und dazu noch eine strafrechtliche Anzeige wegen Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung. Es war dies bereits der 21. erfundene Überfall in diesem Jahr allein in Graz, weiß die Polizei.














