Behinderte Glücksritter
"andersgleich" illustriert die Tücken der Arbeitswelt.
Per Lottomelodie wird eingangs klargestellt: Die Arbeitswelt ist ein Casino, und die Gewinnchancen der Glücksritter auf Jobsuche sind hier ähnlich gering wie am Spieltisch. Zumal sie alle mit Behinderungen leben.
Soziokultur InterACT. "andersgleich" heißt die Produktion der Werkstatt für Theater und Soziokultur InterACT. Es geht um Arbeit und Behinderung, noch vor Vorstellungsbeginn muss sich jeder Besucher einen Button anstecken - der weist ihn dann etwa als seh-, lern-, mehrfach oder einfach "normal" behindert aus und ermöglicht die Identifikation mit den fünf Darstellern auf der Bühne.
Hauptfigur. Die spielen abwechselnd ihre Hauptfigur "Ernst Mayerhofer" und schicken diesen, ausgestattetet mit wechselnden Beeinträchtigungen, auf einen teils eher schematischen, teils köstlich komödiantischen Spießrutenlauf durch Arbeitsamt, Fortbildungskurs, Vorstellungsgespräch. Samt lahmen Vertröstungen.
Betroffenheitstheater. Dass dieses Theater von Betroffenen nicht in Betroffenheitstheater abgleitet, verhindert das Regieduo Gabriele Skledar und Martin Vieregg mittels "Forumtheater", basierend auf Ideen von Augusto Boal: Bei der Wiederholung gewisser Szenen kann sich das Publikum ins Geschehen einmischen, per Improvisation wird versucht, den Verlauf zu ändern. Bemerkenswert, wie kraftvoll gerade diese interaktiven Momente die Probleme Behinderter zu illustrieren vermögen.
Fakten
andersgleich. TTZ Graz, Viktor-Franz-Str. 9. Nächste Aufführungen heute, 28., 30., 31. Oktober. Beginn: jeweils 19 Uhr.

















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