Sturm Graz gewann verrücktes Torfestival
Torflut in der 13. Runde: 18 Tore in drei Spielen. Fünf Tore in 45 Minuten reichten Mattersburg nicht zum Sieg.

Foto © GEPAFast hätte die Sturm-Truppe nichts zum Jubeln gehabt
Der SK Sturm Graz hat am Samstag in Mattersburg eines der
verrücktesten Fußball-Bundesliga-Spiele in den vergangenen Jahren
gewonnen. In einer Partie mit zwei völlig unterschiedlichen Hälften
setzten sich die Steirer in der 13. Runde im Pappelstadion mit 6:5
durch, nachdem sie zur Pause bereits 5:0 geführt hatten.
Niederlage. Vor dem Seitenwechsel hatte alles auf ein historisches Debakel
hingedeutet. Haas mit einem Schlenzer ins Kreuzeck (15.), Beichler
nach Fehlern von Pöllhuber und Goalie Borenitsch (20.), Sonnleitner
per Kopf nach Hölzl-Ecke (35.), Haas aus einem Konter (37.) und
wieder Haas aus einem Direktschuss von der Strafraum-Grenze nach
einem Hölzl-Corner (44.) brachten die in dieser Phase völlig
desolaten Burgenländer an den Rand der höchsten Niederlage seit ihrer
Liga-Zugehörigkeit.
Donnerwetter. In der Pause folgte aber dann ein Donnerwetter unter anderem von
Obmann Martin Pucher, der wutentbrannt in die Kabine marschierte.
"Was hier geboten wurde, war ein Offenbarungseid", schimpfte der
Bundesliga-Präsident, der sich an das 7:0 von Rapid in Salzburg
erinnert fühlte und in dieser Phase auch Coach Franz Lederer, der
seit 18. November als Chefcoach beim SVM fungiert und damit der am
längsten dienende Betreuer der Liga ist, infrage stellte. "Nach so
einem Spiel wird man über vieles nachdenken müssen", unkte Pucher im
Premiere-Interview.
Fünf Tore. Mörz und Co. kamen aber wie verwandelt aus der Kabine und könnten
mit einer deutlichen Steigerung ihrem Trainer noch einmal den Job
gerettet haben. Naumoski brachte zwar in der 51. Minute das
Kunststück zuwege, zwei Meter vor dem leeren Tor die Latte zu treffen
(davor hatte der Ball aber schon die Linie überschritten), dann ging
es jedoch Schlag auf Schlag: Csizmadia verkürzte per Kopf auf 1:5
(54.), in der Folge ließ Jancker mit einem Kopfball-Doppelpack (57.,
63.) bei den 4.900 Zuschauern sogar noch einmal Hoffnungen auf einen
Punktgewinn aufkommen.
Rekord. Spätestens mit dem Naumoski-Treffer hatte die Partie ihre
Eintragung in den Bundesliga-Annalen sicher. Seit der Liga-Gründung
1974 gab es nur eine Partie (Rapid - GAK 11:1 am 22. Juni 1977), in
der mehr Tore erzielt wurden.
Features
Fakten
SV Mattersburg - SK Sturm
Graz Endstand 5:6 (0:5), Pappelstadion, 4.900, Hofmann.
Torfolge: 0:1 (15.) Haas
0:2 (20.) Beichler
0:3 (35.) Sonnleitner
0:4 (37.) Haas
0:5 (44.) Haas
1:5 (54.) Csizmadia
2:5 (57.) Jancker
3:5 (63.) Jancker
3:6 (71.) Hölzl
4:6 (78.) Jancker
5:6 (86.) Naumoski (Elfer)
Mattersburg: Borenitsch - Csizmadia, Mravac, Pöllhuber (40.
Pöllhuber) - Sedloski - Spuller (46. Atan), Kovrig (46. Seidl), Mörz,
Lindström - Naumoski, Jancker
Sturm Graz: Schicklgruber - Schaschiaschwili, Feldhofer,
Sonnleitner, Kandelaki - Hölzl (93. Sereinig), Kienzl, Hlinka,
Beichler (60. Lamotte) - Haas (89. Stankovic), Muratovic
Gelbe Karten: Pöllhuber, Kovrig, Jancker, Naumoski bzw. Beichler,
Kandelaki, Hlinka, Schicklgruber













