Schützenhöfer im Interview: "Bin gegen panische Hysterie"
Der steirische LHStv. Hermann Schützenhöfer sieht den Eintritt in eine große Koalition mit kritischen Augen.

Foto © APAHermann Schützenhöfer sieht keinen akuten Handlungsbedarf
Wie werden Sie im Parteivorstand heute stimmen?
HERMANN SCHÜTZENHÖFER: Das wird davon abhängen, wie Josef Pröll die Kehrtwendung um 180 Grad erklärt. Ich habe ihm gesagt, ich bleibe skeptisch.
Warum?
SCHÜTZENHÖFER: Weil sich nichts geändert hat: Die große Koalition ist abgewählt. Mit einer momentanen Wirtschaftskrise den Eintritt der ÖVP in eine große Koalition zu erklären, das haben wir schon öfter geschafft, aber es geht ja um eine Regierung, die fünf Jahre halten soll.
Soll die ÖVP in Krisenzeiten nur an sich denken?
SCHÜTZENHÖFER: Darum geht es nicht. Die Regierung Gusenbauer-Molterer hat sich gerade als äußerst krisenfest erwiesen. Die könnten noch ein Jahr agieren, wenn man sich auf parlamentarischer Ebene einig ist. Deswegen muss man nicht gleich in die Neuauflage einer großen Koalition hineinstolpern.
Sie sind für die Opposition?
SCHÜTZENHÖFER: Nein, ich bin offen für alles. Aber ich bin gegen jede panische Hysterie.
Sie hätten die potenziellen Partner lieber zappeln lassen?
SCHÜTZENHÖFER: Ich sehe keinen Handlungsbedarf. Das Heft des Handelns zu ergreifen ist nur auf den ersten Blick ein genialer Schachzug. Auf den zweiten haben wir damit die Verantwortung, obwohl wir noch gar nicht wissen, was die SPÖ vorhat.
Worauf kommt es da an?
SCHÜTZENHÖFER: Dass wir es dem Wähler erklären können, sonst kann ich nicht mit. Am Ende des Tages muss die Bundespartei wissen, ob sie die drittstärkste Landesorganisation an Bord haben will oder nicht.
















