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Zuletzt aktualisiert: 13.10.2008 um 20:54 UhrKommentare

Geistheiler gestand vor Gericht Betrug ein

Grazer Beamter als Wahrsager: Er gestand, Kärntnerinnen um tausende Euro betrogen zu haben. Bedingte Haftstrafe, Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Man kann an Wahrsagerei glauben oder auch nicht. Drei Kärntnerinnen glauben jetzt jedenfalls lieber an die Justiz. Zwei Frauen ließen in der Pörtschacher Dependance eines aus Graz stammenden Hellsehers und Geisterheilers rund 45.000 Euro liegen. Nur eine überwies kein Geld.

Geisterheilung. Angezeigt wurde erst, nachdem eine der Kundinnen einsehen musste, dass die Geisterheilung bei ihrer Erkrankung versagt hatte. Nach mehreren Sitzungen entschied sich die 44-jährige Frau aus dem Bezirk Villach-Land dann doch noch, ein Karzinom im Krankenhaus behandeln zu lassen. Weil sie so lange auf die Kräfte des selbst ernannten Heilers gehofft hatte, hatten sich schon Metastasen in ihrem Körper gebildet.

Keine Heil-Behandlung. Zuerst wollte der bislang unbescholtene Hellseher Richter Manfred Herrnhofer am Klagenfurter Landesgericht am Montag glaubhaft machen, dass er keine Heil-Behandlungen durchführe: "Ich lege nur Karten, pendle und schaue in die Kristallkugel. Bei der Beratung sitzt man." Auf seiner Homepage und in einem Buch preist er sich jedoch als Geisterheiler an. Das Druckwerk hatte die inzwischen durch professionelle medizinische Hilfe geheilte Frau mit. Sie schilderte, dass sie sich bei einer "Heilung" mit zwei Steinen in der Hand auf eine Couch legen musste.

Geständnis. Letztlich gestand der 52-jährige gelernte Lackierer, einen schweren gewerbsmäßigen Betrug begangen zu haben. Er wurde zu zwölf Monaten bedingter Haft verurteilt. Den Opfern wurden 5000 Euro und 2000 Euro zugesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Hauptberuflich Beamter. Ursprünglich wollte der Verteidiger des Angeklagten einen Freispruch erreichen. Er holte beim Orakel von Delphi aus und nannte seinen Mandanten im gleichen Atemzug mit Gerda Rogers. Den Gewerbeschein fürs Wahrsagen hat der Grazer seit 18 Jahren, hauptberuflich ist er heute Beamter.

STEPHAN SCHILD

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