Aktionstag: Sesselmeer soll Bleiberecht durchsetzen
Hilfsorganisationen fordern am Aktionstag Einführung eines humanitären Bleiberechts für jene, die länger als fünf Jahre in Österreich sind.

Foto © APARege Teilnahme bei Sesselmeer
Als erstes fällt in Österreich immer der Name Arigona Zogaj. Das Mädchen aus dem Kosovo verkörpert die gesamte Kritik, die die Caritas und andere Hilfsorganisationen äußern. Eine Jugendliche, die seit Jahren in Österreich lebt, im breitesten Dialekt spricht, bestens integriert ist, ihre Freunde in Österreich hat - und abgeschoben werden soll.
Familien. Arigona Zogaj ist kein Einzelfall, hunderte Familien kämpfen mit diesem Schicksal. Caritas-Präsident Franz Küberl erzählt den Fall einer albanischen Familie mit zwei Kindern, die seit 1999 in Österreich leben, arbeiten und die Schule besuchen. Und das mit dem Damoklesschwert der Abschiebung über den Köpfen. "Das ist ein entsetzliches Symbol, wie Politik durch Bürokratie ersetzt wird. Österreich verunstaltet dadurch sämtliche Menschenrechtskonventionen." Küberl betont, dass nicht jede Abschiebung eine humanitäre Katastrophe sei, aber in vielen Fällen werden in Österreich "gut integrierte Menschen in Nichts gestoßen".
Aktion am Tummelplatz. Auf dem Grazer Tummelplatz hat der Flüchtlingsverein Zebra am Freitag mit einem Sesselmeer ein Zeichen gesetzt. "Wir wollen zeigen, es gibt Platz in diesem Land, und dass diese Leute hier auch Platz nehmen können", sagt Zebra-Chefin Edith Glanzer. Caritas-Präsident Küberl fordert nun die Verankerung eines humanitären Bleiberechts für jene, die seit fünf Jahren in Österreich leben. "Das darf kein Gnadenakt sein, das soll der Landeshauptmann nach objektiven Kriterien entscheiden."

















