Steirische IG Kultur kämpft um mehr Geld für Künstler
783 steirische Künstler leben unter der Armutsgrenze. Nun fordert die IG Kultur mehr Unterstützung von Land, AMS und Bund.

Foto © Erwin ScheriauKulturvertreter diskutierten mit dem steirischen Kulturreferenten Kurt Flecker
Mehr finanzielle Unterstützung vonseiten des Bundes, des Landes Steiermark sowie durch das Arbeitsmarktservice Steiermark (AMS) wünschten sich steirische Künstler im Rahmen der steirischen Landeskulturkonferenz der IG Kultur Steiermark. Dienstagabend diskutierten in Graz Kulturvertreter mit dem steirischen Kulturreferenten LHStv. Kurt Flecker (S) und AMS Steiermark-Chef Karl-Heinz Snobe.
Stolz.
Die Frage wohin unsere Gesellschaft steure, wenn Bauarbeiter weiterhin mehr verdienen als Kunstschaffende, stellt sich Juliane Alton, Obfrau der "IG Kultur Österreich" und Geschäftsführerin der "IG Kultur Vorarlberg". Einerseits sei man stolz auf die Kulturnation Österreich, und doch ziehe sich die Politik immer mehr aus ihrer Verantwortung zurück.
Einsparungen.
Das in Österreich einzigartige steirische Projekt "STWUK" (Steirische Wissenschafts-, Umwelt- und Kulturprojektträgergesellschaft), in dem vor allem Langzeitarbeitslose in vom AMS Steiermark geförderten Kulturprojekten Beschäftigung finden, kämpft laut den Diskussionsteilnehmern mit Einsparungen. Und das obwohl es sich laut Anita Hofer, Chefin der KiG (Kultur in Graz) bei "STWUK" um ein "höchst erfolgreiches" Projekt für Transitarbeitskräfte handle: Nach Beendigung der jeweiligen Förderung würden rund 60 Prozent der Teilnehmer in der Arbeitswelt Fuß fassen können und 40 Prozent sogar im Kulturbereich bleiben.
Grundlohn für Künstler.
Dass die Beschäftigungsdauer der Projektteilnehmer seitens des AMS Steiermark von zwölf auf neun Monate gekürzt worden ist, bestätigte dessen Geschäftsführer Karl-Heinz Snobe. Er beruhigte allerdings: "Das Förderbudget wird von 1,4 Millionen Euro im Jahr 2008 planmäßig wieder auf 1,7 Millionen Euro im kommenden Jahr angehoben." Die neunmonatige Beschäftigungsdauer bleibe jedoch, da man mit den zur Verfügung stehenden Mitteln möglichst vielen Bedürftigen helfen möchte. Als "unumsetzbar" sah Snobe den zum Teil vom Publikum geforderten Grundlohn für Künstler, der als Art Basisfinanzierung vom AMS ausbezahlt werden soll.
Unter der Armutsgrenze.
37 Prozent der professionellen Kunsttreibenden der Steiermark - 783 Personen - befinden sich unter der Armutsgrenze, berichtet KiG-Chefin Hofer. Die Diskussionsteilnehmer sahen einen Teil der "Schuld" an der prekären Situation von steirischen Kulturschaffenden auch am stagnierenden Kulturbudget des Landes. Kulturreferent Kurt Flecker meinte, er sei froh, wenn er sein Kulturbudget halten könne, sah aber gute Chancen, dass das Modell einer Mindestabsicherung in der neuen Regierung durchgesetzt werden könne. Vonseiten der Künstlervertreter im Publikum wurde diese Art der Absicherung als "Degradierung, die die Kreativität einschränkt", bemängelt.
















