Andrés Orozco-Estrada: Langer Abschied vom Feuerkopf
Für seine letzte Saison mit "recreation" streift Andrés Orozco-Estrada gehörig die Ärmel auf.

Foto © recreation/Werner Kmetitsch Andrés Orozco-Estrada
"Ich will mit diesem Orchester Großes Schaffen", sagte er uns vor seinem Amtsantritt als Chefdirigent von "recreation" 2005. Und bei seinem Einstandskonzert im Stephaniensaal flogen beim Feuerkopf am Pult dann nicht nur die Funken, sondern auch gleich noch der Taktstock ins Auditorium.
Rosenbett. "Andrés Orozco-Estrada ist ein wirklich erstklassiger Dirigent und seine Vitalität, die er ins Orchester und ins Publikum bringt, ist einmalig", streut Intendant Mathis Huber dem Kolumbianer Rosen. Das Rosenbett für den 30-Jährigen wird ab nächstem Herbst allerdings bei den Niederösterreichischen Tonkünstlern stehen, wo er Kristjan Järvi als Chef ablöst.
Für seine letzte Saison mit "recreation" legt sich Orozco-Estrada aber noch einmal ordentlich ins Zeug. Mahlers Erste ist eines seiner Wunschwerke. Die "titanische", mit Volksliedzitaten durchwirkte Symphonie aus 1888 hat Orozco-Estrada noch nie dirigiert, freut sich aber "schon riesig darauf" und stellt ihr Schuberts sinfonischen Erstling gegenüber.
Rekonstruktion. Eine fast exakte Rekonstruktion von Beethoven-Uraufführungen im Theater an der Wien auf den Tag genau 200 Jahre danach (22. Dezember) und Haydns "Schöpfung" gemeinsam mit dem Musikgymnasium Dreihackengasse zu dessen 30-Jahr-Jubiläum sind weitere Höhepunkte des Jahres. Im Juni verabschiedet sich der auch international viel beschäftigte Orozco-Estrada mit Strawinskys Brocken "Sacre du printemps" von Graz, erfreulicherweise aber nicht für immer.
Vertrag. Ein seltsamer Passus in Orozco-Estradas Vertrag mit den NÖ Tonkünstlern pocht zwar auf Exklusivität seiner Auftritte in Österreich, doch darf er zumindest im Rahmen der "styriarte" mit "recreation" arbeiten. "Wir haben noch nichts fixiert, aber eine weitere fruchtbare Zusammenarbeit ist auch der dezidierte Wunsch des Orchesters", sagt Huber, außerdem: "Großartige Dirigenten schwappen ja nicht gerade in großen Wellen auf uns zu."
Andrés Orozco-Estrada und "recreation": "Die Ersten" (Schubert, Mahler). Heute, 18 Uhr (als Gesprächskonzert mit Thomas Höft); morgen und übermorgen, 19.45 Uhr, Stephaniensaal Graz. Karten: Tel. (0 31 6) 825 000.
Features
Zur Person
Andrés Orozco-Estrada, geboren 1977 in Medellin/ Kolumbien; Studium in Wien.
2005 Chef- dirigent des Grazer Orchesters "recreation".
2009 Ab Herbst Chef des NÖ Tonkünstler- orchesters.

















