"steirischer herbst": Installation von Christoph Schlingensief
Rauminstallation zu Christoph Schlingensiefs Werk.

Foto © APDer steirische herbst zeigt eine Rauminstallation zu Christoph Schlingensiefs Werk
Christoph Schlingensief, 48, erregte als Gestalter alternativer Filmwerke ("Das deutsche Kettensägenmassaker") Aufsehen, bevor er als Gesamtkunstwerker Furore machte. Mit seiner "Parsifal"-Inszenierung 2004 in Bayreuth stieg er endgültig in den Kreativen-Olymp auf, blieb sich und seinen Methoden dabei aber treu.
"Church of Fear". Soeben thematisierte Schlingensief bei der RuhrTriennale in Fortsetzung seiner Aktionen unter dem Titel "Church Of Fear" eine eben überstandene schwere Lungenkrebserkrankung. "Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir" wurde als so vitale wie berührende Produktion gefeiert. In Graz, wo der Künstler schon mehrmals für Aufregungen sorgte, ist ihm nun eine Art Andachtsraum gewidmet: "The African Twintowers".
Fragment. Angelpunkt der Installation ist ein Fragment gebliebenes Filmprojekt in Namibia. In der ehemals deutschen Kolonie, in einem Ort namens Lüderitz, sollte es u. a. um nordische Mythen und afrikanisches Schamanentum gehen. Und um das im Titel angedeutete Faktum, dass in Afrika täglich 35.000 Menschen Hunger und Gewalt zum Opfer fallen, das Vielfache der Toten der Anschläge vom 11. September 2001. "Unbemerkt", wie Schlingensief feststellt.
Rauminszenierung. Die stummen Bilder auf einer Wand aus Monitoren verweisen auf Einflüsse von Herzog bis Syberberg, Godard bis Pasolini. Ergänzt werden sie durch Schwarzweiß-Polaroidfotos, welche die amerikanische Rock-Poetin Patti Smith als prominente Begleiterin gemacht hat. Im exzellenten Katalogbuch (das weit informativer und anregender ist als die sterile Rauminszenierung) auch durch einen Text von Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek.
Features
Fakten
Ausstellung "The African Twintowers" in der Neuen Galerie Graz. Von 4.10. bis 9.11.2008, Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. "steirischer herbst" von 2. bis 26. Oktober 2008. Informationen und Tickets gibt es im Info-Büro Neutorgasse 45 (Joanneum), täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr
















