Grazer Herbstmesse "ein Volksfest wie früher"
Die neue Grazer Herbstmesse punktet: Aussteller verzeichnen ein klares Umsatzplus. Die Halle A kommt bei den jüngeren Gästen gut an.

Foto © Kleine ZeitungDie Rolltreppe in der neuen Halle A
Traditionelle Volksmusik mischt sich mit dem dumpfen Geruch von Neubau. An den bunten Ständen wird neugierig geschaut, verweilt und eifrig beraten. Die Gänge der neuen Grazer Herbstmesse sind gut frequentierten. Kinder konnten die Großveranstaltung gestern bei freiem Eintritt besuchen, doch sie machten nur einen kleinen Teil des Publikums aus.
Doppelt so viel Umsatz. "Die Grazer Messe hat es endlich geschafft", ist Roland Ludomirska, Betreiber des Vorarlberger Käsestands, begeistert. "Die Zahl der Gäste ist gestiegen - ich mache fast doppelt so viel Umsatz wie in den letzten Jahren", zieht er Zwischenbilanz. Rosen streut er dem Event auch im internationalen Vergleich: "Ich bin viel unterwegs und mit dem neuen Ambiente hier können die anderen Messen nicht mithalten."
"Messe Neu". Dass das Publikum das Konzept "Messe Neu" annimmt, bestätigt auch Geschäftsführer Nilly Nail. Das erste Wochenende war besonders gut besucht. "Die Marke von 130.000 Besuchern aus dem Vorjahr sollten wir bei weitem übertreffen", meint er.
Ein Viertel mehr Kunden. Gut gepunktet hat die neue Aufmachung bisher auch in den Augen von Markus Lientscher, Gastronom und "Aufsteirern" Veranstalter. Er verzeichnet in seinem echt steirischen Revier mindestens ein Viertel mehr Kunden als in den Vorjahren. "Die Stimmung ist viel positiver als zuletzt", meint er.
Kritik von älteren Gästen. Während im Freien die Sonne lockt, ist auch das Obergeschoss der neuen Halle A bestens besucht. Hier geht eine Modenschau über die Bühne. Die Besucherränge sind voll gefüllt -hauptsächlich mit Pensionisten. Viele Gäste stöbern sich auch durch den Trachtenstand "Seidl" nebenan. "Wir sind hier seit 30 Jahren vertreten. Heuer haben wir so viel Kunden wie in den guten alten Messezeiten von vor zehn Jahren", resümiert die Geschäftsführerin Monika Götz.
Richtiges Volksfest. Gelächter und Geschrei dringt wiederum in der Vergnügungsmeile durch die lauten Musikbeats. "Die Messe ist heuer zum ersten Mal wieder ein richtiges Volksfest wie früher", sagt Heimo Medwed. Mit dem Vergnügungspark ist er seit über 30 Jahren mitdabei. "Seit die Frühjahrsmesse gestrichen wurde, ist es für uns bergab gegangen, heuer haben wir erstmals wieder ein Hoch", meint er. "Ich hoffe, dass die Besucher im nächsten Jahr wieder kommen", fügt er hinzu.
Vergnügungspark. Die 16-jährige Eva Töglhofer hat das vor. Sie ist zwar wegen dem Vergnügungspark hier, Eindruck machen aber auch die neuen Räumlichkeiten: "Jetzt ist alles viel freier und geräumiger", meint sie. Auch Helmut Hirdler, der mit Frau und kleinem Sohn die neuesten Autos inspiziert, stellt fest: "Das neue Gelände ist toll, die Stimmung ist super."
Nicht zufrieden. Wenig Gefallen findet daran Ernest Schiede, seines Zeichens "alter Stammgast": "In den neuen Räumen fehlt das Flair." Auch der Pensionist Willi Löffler ist nicht zufrieden: "Die neue Halle ist unfreundlich und grau." Er trinkt an einem Tisch im Freien Kaffee und beobachtet die Kinder, die sich - wie einst -an Spiegelkabinett und Co. anstellen.













