Nach NR-Wahl: KPÖ-Kaltenegger will auf linke Wahlplattform setzen
Das Bedürfnis nach linker Wahlplattform nach Vorbild des deutschen Modells steige durch neuerliche SPÖ-Regierungsbeteiligung.

Foto © ReutersErnst Kalteneggerbei erreichte bei der steirischen Landtagswahl 2005 rund 14 Prozent
Wenig mehr als 36.000 Stimmen, 0,76 Prozent, gaben
vergangenen Sonntag der KPÖ ihre Stimme - 2006 waren es noch über ein
Prozent. Damit, dass seine Partei wieder in der Bedeutungslosigkeit
der "Sonstigen" abgesunken ist, will sich der steirische KPÖ-Klubchef
Ernest Kaltenegger nicht abfinden. Sein Ziel: Bis zur nächsten
Nationalratswahl eine "breit angelegte Wahlplattform links von SPÖ
und Grünen" schaffen.
Schwaches Abschneiden. Das schwache Abschneiden sieht Kaltenegger, der in Graz 2003 fast
21 Prozent und bei der steirischen Landtagswahl 2005 rund 14 Prozent
für die Kommunisten einfahren konnte, differenziert: Auf Bundesebene
hadere man mit dem "Handicap der verlorenen Stimme", weil der KPÖ der
Einzug in den Nationalrat nicht zugetraut werde: "Nur dort, wo eine
reelle Chance besteht, dort ist was drin."
Bedürfnis nach "Linker Alternative". Kaltenegger zeigte sich im APA-Gespräch am Mittwoch überzeugt,
dass das Potenzial vorhanden sei und eine sich abzeichnende
neuerliche SPÖ-Regierungsbeteiligung das Bedürfnis nach einer "Linken
Alternative" - ähnlich dem deutschen Modell der aus WASG und PDS
hervorgegangene "Die Linke" - wachse. Jetzt sei es noch zu früh,
diesmal sei die Zeit zur Wahl zu kurz gewesen, um an der Plattform zu
basteln: "Das muss man gut vorbereiten, eine Fehlstart kann man sich
nicht leisten". In einem Seitenhieb auf die diesmal - wenig
erfolgreich - angetretene "Linke", meint Kaltenegger: "Eine Sammlung
von Leuten, wo jeder sein eigenes Zentralkomitee und jeder mit
ausgeprägtem Sendungsbewusstsein ausgestattet ist".
Kritische Leute. Der steirische KPÖ-Politiker räumt zwar ein, das derart
profilierte Spitzen wie Oskar Lafontaine und Gregor Gysi in
Österreich fehlten ("In der SPÖ sehe ich niemanden, der den Mut hat,
sich offen zu deklarieren"), aber beispielsweise auf der Ebene der
Betriebsräte gebe es "sehr gute und kritische Leute, die noch bei der
SPÖ sind."
Veränderungen. Dass es nun auch in der KPÖ Veränderungen personeller und
struktureller Art geben müsse, sei klar: "Zufrieden darf man nie sein
- aber es ist nicht die dringlichste Frage."

















