Kunstprojekt in Graz: Susanne Winters neue Plakatparolen
"Dr. Susanne Winter“ wendet sich jetzt auf Großplakaten gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit. Damit erobert sich ein Kunstprojekt den öffentlichen Raum mit antirassistischen Polit-Botschaften zurück.

Foto © LeodolterMit der Plakataktion will Joachim Hainzl aktuellen Rassismus in Graz ins Bewusstsein rücken und zur Debatte stellen
Nun hat sich "Dr. Susanne Winter" wieder des öffentlichen Raums in Graz bemächtigt. Neue Großplakate im Grazer Stadtraum künden bereits davon. Doch diesmal klingen Winters Botschaften ganz anders. "Ja zur kulturellen Vielfalt, nein zu Rassismus und Ausländerfeindlichkeit" lautet eine, "Weltoffenheit und kulturelle Vielfalt. Graz hat's" eine andere.
Forum Stadtpark. Doch die FP-Politikerin Susanne Winter hat jetzt nicht etwa angesichts des großen FPÖ-Wahlerfolgs bei den Nationalratswahlen Kreide gefressen. Diese fünf Botschaften haben sich Dr. Susanne Winter aus München und Susanne Winter aus Salzburg mit Joachim Hainzl vom Forum Stadtpark ausgedacht.
Steirischer Herbst-Projekt. "Ich empfand eine unheimliche Ohnmacht angesichts dieses FPÖ-Wahlkampfs zu den Grazer Gemeinderatswahlen. Jetzt kann ich endlich darauf reagieren, dass damals der öffentliche Raum ungestraft mit verfassungswidrigen Aussagen gefüllt war, der das Verfassungsrecht auf Religionsfreiheit in Frage gestellt hat", sagt Joachim Hainzl. Im Rahmen des steirischen herbst-Projekts "Winter im Herbst" stehen bis 26. Oktober 2008 fünf Großplakate und zehn Dreiecksständer mit derartigen "Parolen" im Grazer Stadtraum verteilt.
Prozess gegen FP-Stadträtin. Just in dieser Zeit wird gegen die derzeitige FP-Stadträtin Susanne Winter vermutlich auch schon der Prozess wegen Herabwürdigung religiöser Lehren und Verhetzung am Landesgericht für Strafsachen in Graz begonnen haben. Der ist die Folge eines Wahlauftrittes, in dem Winter Mohammed als Kinderschänder bezeichnet hatte. Die FP-Politikerin wird spätestens am 28. Oktober vom Grazer Rathaus in den Nationalrat wechseln.
Gegensteuern. Auch dort wird sich Winters Credo, sich nicht der "political correctness unterwerfen" zu wollen, wohl kaum ändern, vermutet Hainzl. Das Grazer Projekt will da gegensteuern. Neben der Plakataktion auch mit Infoständen und Workshops. Damit will Hainzl der "Schamlosigkeit rechter Politik etwas entgegensetzen und den öffentlichen Raum zurückerobern". Mit tatkräftiger Unterstützung von Susanne Winter habe er klare und eindeutige Kontrapunkte zum Rassismus der FPÖ und anderer rechter Demagogen setzen wollen. Denn ein "Copyright auf einen Namen" haben rechte Politiker nicht.
Fakten
Ausstellung: Im öffentlichen Raum werden noch bis 26. Oktober fünf Großplakate affichiert und zehn Dreieckständer aufgestellt.
Infopoint: Weitere Infos im Saloon des Forum Stadtpark.
Gleicher Name
Dr. Susanne Winter aus München und Susanne Winter aus Salzburg haben sich die Idee mit Joachim Hainzl vom Forum Stadtpark gemeinsam ausgedacht. Ein "Copyright auf einen Namen" haben rechte Politiker nicht, so Hainzl als Erklärung.















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