Kunst-Odyssee am LKH endet 2009
Skulptur von Grazer Künstler musste jahrelang Müllkübeln weichen. 2009 wird "Haut 90" aber wieder errichtet. Kunst wird am LKH aber an sich hoch geschätzt.

Foto © Kleine Zeitng DIGITALKunst wird am LKH aber an sich hoch geschätzt.
Man kann nicht abschätzen, was in einem Künstler vorgeht, dessen Kunstwerk Müllkübeln weichen muss. Dem steirischen Künstler Erwin Sommer ist genau das widerfahren - mit einer Auftragsarbeit fürs Grazer Landeskrankenhaus (LKH).
Wettbewerb. Ende der Achtziger Jahre gewann Sommer einen Wettbewerb für die Dermatologie am LKH Graz, sein Kunstwerk "Haut 90" - ein sechs mal sechs Meter großes Objekt, das die Hautoberfläche eines menschlichen Körpers zum Thema hat - wurde von einer Spezialfirma aufgestellt und das Honorar überwiesen. Doch Mitte der Neunziger wurde es abmontiert. Die Kleine Zeitung machte sich nun auf Spurensuche. Und wurde just fündig: Gut verwahrt in einem Raum am Klinikgelände wird die "Haut" aufbewahrt. Die zweite gute Nachricht: Sie wird 2009 genau an der damals dafür ausgesuchten Stelle wieder errichtet.
Aufregung. Walter Raiger, technischer Direktor des Spitals, versteht die Aufregung nicht. "Wir haben das Kunstwerk ja bezahlt, und können im Prinzip verfahren wie wir wollen. Im Rahmen des LKH 2000 Projektes wird gewaltig gebaut, da brauchten wir eben Platz. Im kommenden Jahr aber, wenn das Tunnelsystem auf dem Klinikgelände fertiggestellt ist und die Müllentsorgung unterirdisch abläuft, wird auch Herrn Sommers Kunstwerk wieder dort stehen, wo es ursprünglich war."
Platz. Trotz ständiger Bauarbeiten sei immer wieder Platz für optische Reize geschaffen worden. Ein Prozent der Rohbausumme müsse in die Kunst investiert werden. "Unsere jüngsten Beispiele sind etwa Gustav Trogers Gestaltungsidee im Stiegenhaus des neuen Südhofs der Dermatologie. Das schmückt einen an sich nüchternen Bau."
Wohlfühl-Kunst. Ebenso zur aktuellsten "LKH-Kunst" (siehe auch Kasten) zählt Wolfgang Buchners "Frauenmantel" in der Frauenklink. "Da geht die Kunst auch ganz praktisch auf die uralten Methoden zur Linderung von Frauenleiden und dergleichen ein." Ein optischer Genuss ist auch Sabine Hörtners Wandbildnis "96XO-8°HOR.VERT" in der Ambulanz der Augenklinik, damit sich die Patienten ein bisschen wohler fühlen können.
Ausnahme. "Wohl fühlen dürfen sich aber auch die Künstler", versichert Walter Raiger, und Odysseen
wie jene von Herrn Sommers "Haut" seien die Ausnahme. Wirklich. Erwin Sommer erinnert allerdings daran, dass er jahrelang nach seinem Objekt gesucht hatte. Für das Vorgehen des Spitals habe er niemals eine Entschuldigung erhalten.














