Rekordernte bereitet Sorgen und bringt Ruf nach Intervention
Landwirtschaftskammer-Präsident Wlodkowski fordert Kostenentlastung. Mehrwertsteuersatzsenkung auf landwirtschaftliche Betriebsmittel von 20 auf 10 Prozent aber erst 2010.

Foto © APADie große Ausbeute bei der Mais- und Getreideernte bereitet den Lanwirten Sorgen
Die große Mais- und Getreideernte bereitet den Bauern Sorgen. Wie Kammerpräsident Gerhard Wlodkowski am Mittwoch in Graz sagte, sei der Marktdruck durch Rekordernten in Osteuropa massiv. Durch sinkende Erzeugerpreise einerseits und explodierende Produktionskosten andererseits kämen immer mehr Produzenten in eine prekäre Lage. Hintergrund des Vorstoßes: Auch die Bauern verlangen eine Kostenentlastung.
"Schwieriges Agrarjahr". Wlodkowski argumentierte mit einem "schwierigen Agrarjahr", das den meisten Regen seit 35 Jahren, frühere Ernten, aber auch große Hagelschäden gebracht habe. Den sinkenden Preisen stünden dramatisch gestiegene Betriebsmittelkosten gegenüber: Innerhalb des letzten Jahres seien die Preise für Diesel um 32 Prozent, für Dünger um 63 Prozent und Futtermittel um 56 Prozent gestiegen. Bei einem "Maisgipfel" Mittwochnachmittag in Wien soll mit Vermarktern und Verarbeitern über Entlastungsstrategien verhandelt werden.
Einige Forderungen richten sich an die EU: So soll nach Vorstellungen der Landwirtschaftskammer das Interventionskontingent von 700.000 bei weniger strengen Qualitätskriterien auf 7 Millionen t aufgestockt werden. Diese Menge soll zu einem Mindestpreis aufgekauft und später verkauft werden, wobei die Ausschreibung der Exporte rasch erfolgen müsse. Außerdem will man einen Transportkostenzuschuss, um den Mais innerhalb der EU von den Überschussproduzenten in die Länder mit Bedarf - etwa nach Spanien - zu bringen.
Mehrwertsteuersenkungsforderung. An die Bundesregierung hat Wlodkowski auch eine Mehrwertsteuersenkungsforderung, allerdings erst - gemäß ÖVP-Linie - an die künftige Regierung und erst mit der Steuerreform 2010: Dann nämlich soll der Mehrwertsteuersatz auf landwirtschaftliche Betriebsmittel von 20 auf 10 Prozent gesenkt werden.
















