Internationale Auszeichnung für Giselbrecht-Bau in Bad Gleichenberg
Für seinen Showroom Kiefer Technic hat Ernst Giselbrecht einen der wichtigsten Architekturpreise der Welt gewonnen.

Foto © Kiefer TechnicShowroom Kiefer Technic mit einer "tanzenden Fassade" von Ernst Giselbrecht
Alljährlich zeichnet das Chicago Athenaeum, das Museum für Architektur und Design in den USA, mehrere Architekten aus aller Welt aus, die mit ihren Bauten den Weg in die Zukunft weisen.
Brückenkonstruktion. Sir Norman Fosters atemberaubende Brückenkonstruktion Millau Viadukt in Südfrankreich ist unter den diesjährigen Preisträgern, der imposante Water-cube in Peking, der während Olympia zum beliebtesten Foto-Hintergrund wurde, und natürlich der neue Triumphbogen Chinas, Rem Koolhaas' gigantischer Fernsehturm in Peking. Und ein Projekt von Ernst Giselbrecht.
"Dynamische Strukturen". Durch seinen Showroom für Kiefer Technic, ein Unternehmen, das aus Edelstahl Einrichtungen für Krankenhäuser und die Pharmaindustrie produziert, wird der oststeirische Kurort Bad Gleichenberg plötzlich in einem Atemzug mit den Megacities genannt. Das Besondere am Bau des seit seinem Studium in Graz lebenden Vorarlberger Architekten: "Dynamische Strukturen".
Origami. Unsereinem hilft die Vorstellung von Origami weiter. Wie bei dieser japanischen Faltkunst kann die Fassade des Gebäudes geformt werden, können Sicht- und Lichtschutz je nach Bedarf gesenkt, gestreckt, gefaltet werden. Schon bei der Biokatalyse der TU Graz hat Giselbrecht den Weg der dynamischen Fassade beschritten. Dass der 56-Jährige jetzt einen der renommiertesten Architekturpreise der Welt ergattert hat, freut ihn umso mehr. Seine erste Reaktion ist allerdings Understatement pur: "Net schlecht."
Kein Preisgeld. Schöne Auszeichnung jedenfalls für einen Ausgezeichneten, auch wenn mit dem Athenaeum Award kein Preisgeld verbunden ist, wie etwa beim Pritzker Prize, dem "Nobelpreis" für Architektur. Ende Oktober startet das Chicagoer Museum in Florenz eine Europatournee mit Modellen und Videos aller Preisträger, danach geht es weiter nach Athen.
Poesie. In seinem beeindruckenden Fotoband "Architecture as Cultural Commitment" (L'Arca Edizioni Milano, 2007) kritisiert Giselbrecht übrigens im Vorwort: "Architektur wird heute immer mehr zum Interessenfeld von Investoren, die den finanziellen Gewinn als oberstes Ziel deklarieren." - Giselbrecht ist der beste Beweis, dass sich Poesie in Stahl und Glas immer auszahlt.
Features
Fakten
Ernst Giselbrecht, geboren am 7. 11. 1951 in Dornbirn/Vlbg.
Projekte: Biokatalyse TU Graz, HNO-Klinik Graz, Vorarlberger Medienhaus, Asfinag-Rastplätze A2, Roche Diagnostics Graz.
Familie: verheiratet, zwei Kinder.





















