Kinderporno: Grazer Arzt angeklagt
Ein 31-jähriger Grazer Arzt ist verdächtig, Pornofotos von Kindern besessen und verbreitet zu haben. Als die Dateien dem Bundeskriminalamt Wiesbaden angeboten wurden, flog der Doktor auf.
Der Verdächtige ist 31 Jahre alt, Allgemeinmediziner, derzeit aber in einem Krankenhaus tätig. Er soll zahlreiches kinderpornographisches Material aus dem Internet heruntergeladen, besessen und sogar verbreitet haben. Gegen den Grazer besteht, wie nun bekannt wurde, bereits ein Strafantrag. Im November muss er sich vor Gericht verantworten. Ihm drohen bis zu drei Jahre Gefängnis.
Pornofotos. Der Beschuldigte bestreitet nicht, mit Pornofotos gehandelt zu haben. Allerdings sei das völlig legal gewesen, behauptet der Beschuldigte. Mit Kinderpornographie will er nichts zu tun haben. Er gibt zwar zu, verbotene Fotos von Kindern bekommen zu haben. Diese seien ihm aber zugeschickt worden. Wenn er solches Material bekommen habe, habe er es sofort wieder gelöscht. Staatsanwalt Hansjörg Bacher schenkt dieser Version keinen Glauben. Die Dateien seien nämlich via Internet angeboten worden. Pech für den Grazer war, dass sich ausgerechnet die Fahnder des deutschen Bundeskriminalamtes dafür interessierten. Durch die Tätigkeiten im BKA Wiesbaden flog der Arzt auf.
Unterkunft. Über Auftrag der Staatsanwaltschaft führten steirische Kriminalisten in der Unterkunft der Eltern des Arztes eine Hausdurchsuchung durch und stellten den PC sicher. Weil die Internetadresse auf den Namen des Vaters lautet, geriet zunächst dieser unter Verdacht. Doch rasch stellte sich heraus, dass nicht er in den Fall verwickelt ist, sondern sein Sohn. Laut Staatsanwalt gehe aus den Chat-Protokollen hervor, dass es sich eindeutig um Kinderpornographie handelt. "Die Dateien sind in den Protokollen so benannt, dass sie einen eindeutigen Hinweis auf Kinderpornographie ergeben", sagt Bacher.
Chat-Partner. Gegen die Chat-Partner des Grazers wird im In- und Ausland noch ermittelt. Dieser erschütternde Fall von Kinderpornographie ist aber nicht der einzige mit dem sich die Grazer Staatsanwaltschaft derzeit auseinander setzen muss. Seit Beginn des Jahres läuft die internationale "Operation Sledgehammer". Dieser riesige Kriminalfall betrifft auch die Steiermark. "Bisher gibt es bei uns über 100 Verdächtige, in Oberösterreich sogar 200", sagt Hansjörg Bacher. Ein Ende dieser internationalen Ermittlungen ist noch lange nicht in Sicht.
















