Die Physik der Bücher
Die Grazer Autorin Olga Flor ist im Rennen um den "Deutschen Buchpreis" 2008.

Foto © Markus LeodolterFlor ist mit "Kollateralschaden" für den deutschen Buchpreis nominiert
Es ist eine seltene Kombination, die die Grazerin Olga Flor in sich vereint - Physikerin und Roman-Autorin. Ersteres ist ihr erlernter Beruf, Letzteres ihre Berufung, der sie zum Glück gefolgt ist. Denn die 40-Jährige ist mit ihrem aktuellen Buch "Kollateralschaden" auf der so genannten "Longlist" für den Deutschen Buchpreis vertreten - und damit gemeinsam mit 19 anderen Autoren im Rennen um den besten deutschsprachigen Roman 2008.
Spätstarterin.
"Eine große Auszeichnung", freut sich Flor, die als Zehnjährige mit ihren Eltern über Wien und Köln nach Graz gekommen ist. Als Schriftstellerin ist sie eine Spätstarterin, geschrieben hat sie aber schon immer. "Begonnen hab ich so mit 16, aber ich hatte immer das Gefühl, ich bin noch nicht weit genug." Darum konzentrierte sie sich auf ihr Physikstudium - "Ich wollte verstehen, wie die Welt funktioniert. Eine recht naive Vorstellung natürlich" - und entwickelte multimediale Lernprogramme. Ab dem Jahr 2000, also mit 32 Jahren, begann Flor wieder intensiver zu schreiben. "Zunächst nur für mich", wie sie sagt.
Schlag auf Schlag.
Dann aber ging es Schlag auf Schlag: 2002 wurde ihr erster Roman "Erlkönig" veröffentlicht, 2003 las sie beim Bachmann-Wettbewerb, bekam zahlreiche Preise, 2005 folgte ihr zweiter Roman "Talschluss". Ihre Bücher bezeichnet die zweifache Mutter Flor als "gesellschaftspolitisch", in denen sie immer wieder herrschende Machtverhältnisse dekonstruiert. Und wie lässt sich Physik und Literatur vereinen? "In beiden Fällen muss man abstrahieren. Die Art, wie man auf Dinge blickt, ist äußerst ähnlich."
Features
Fakten
Olga Flor wurde am 25. Jänner 1968 in Wien geboren, kam dann über Köln im Jahr 1978 nach Graz. Sie studierte in Graz Physik und Kunstgeschichte und arbeitete bis 2004 im Multimedia-Bereich. Ihr erster Roman "Erlkönig" erschien 2002, ihr zweiter "Talschluss" 2005. Seit Anfang Juli liegt ihr drittes Buch "Kollateralschaden" in den Läden.
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