Ingenieure mit Herz
Zwei junge Steirer bauten Ausflugsfahrzeug für gehbehinderte Kinder.
Einfach etwas Soziales machen. Das war der Gedanke für ihre Diplomarbeit, den die beiden Bulme-Absolventen Christoph Krahulec (20) und Matthias Pilz (19) forcierten. Und daraus entstand nach eineinhalb Jahren Planungs- und Produktionszeit und nach insgesamt 400 Arbeitsstunden ein ?geländetaugliches Naturerlebnisfahrzeug für Kinder und Jugendliche mit Bewegungshandikap“.
Beste Variante. ?Mit Rollstühlen konnten die körperlich behinderten Kinder der Karl-Schubert-Schule in Graz nur schwer oder gar nicht an Ausflügen teilnehmen. Sie brauchten also ein geländegängiges Gefährt“, erzählen die jungen Ingenieure. ?Wir haben uns mit den Eltern der betroffenen Kinder beraten und ein Konzept nach dem anderen entwickelt.“ Aus sieben verschiedenen Grundsystemen –vom einfachen Rollstuhl bis hin zum Laufbuggy – haben sie sich dann für die beste Variante entschieden.
Einradkonzept. Wichtig war, dass die Sitzfläche des Gefährts immer waagrecht bleibt. ?Denn spastische Kinder haben ein anderes Gleichgewichtsgefühl“, erklärt Krahulec. Sie lösten die besondere Herausforderung schließlich mit einem Einradkonzept. Es gewährleistet, dass das Kind, unabhängig in welcher Schräglage das Fahrzeug sich befindet, immer in der gleichen Position sitzt.
Bauteile fertigten sie selbst. Alle Bauteile fertigten sie selbst an: Der Sitz besteht aus drei Polyester-Matten, das Gestänge aus Präzisionsstahlrohren. Zusammengebaut wurde das Gefährt in der Werkstatt der Schule von den Entwicklern selbst. So konnten die Kosten möglichst gering gehalten werden. Die größte Freude haben natürlich die Kinder der Karl-Schubert-Schule. ?Und das zu sehen, ist Lohn genug für uns“, schmunzelt Pilz, der in seiner Freizeit selbst gerne im ?unwegsamen Gelände“ unterwegs ist.
Features
Zur Person
Die Steirer Christoph Krahulec (20) und Matthias Pilz (19) absolvierten die HTL-Bulme Graz.
In ihrer Diplomarbeit realisierten sie gemeinsam das Projekt: von der Idee über die Fertigung bis hin zum Endprodukt.













