Musterung hat schon Leben gerettet
Jeder Vierte wird bei der Stellung mit neuen Diagnosen konfrontiert.

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"Das war schon ein dramatischer Moment", erinnert sich Oberarzt Hans-Christoph Stenzel, "als wir die Mutter anrufen und ihr mitteilen mussten, dass ihr Sohn im Spital ist." Beim Durchleuchten im Rahmen der Stellung war bei dem 18-Jährigen ein bösartiger Tumor entdeckt worden - gerade noch rechtzeitig. "Heute erfreut sich der junge Mann bester Gesundheit."
Gesundheitliche Beeinträchtigungen. Selten zwar geht es bei der Musterung um Leben oder Tod, doch der Beitrag für die Volksgesundheit, den das Bundesheer mit der jährlichen Untersuchung aller 18-jährigen männlichen Staatsbürger leistet, ist dennoch enorm. Seit genau 30 Jahren gibt es jetzt die ortsfeste Stellungskommission des Militärkommando Steiermark in der Grazer Belgierkaserne, 302.100 Einzeluntersuchungen an jungen Steirern wurden seitdem durchgeführt und bei rund einem Viertel noch unbekannte gesundheitliche Beeinträchtigungen diagnostiziert.
Untauglichkeitsquote. Rund 7000 steirische Stellungspflichtige durchschreiten jährlich die Stellungsstraße in Graz, um sich eineinhalb Tage lang von fünf Ärzten und zwei Psychologen auf Herz und Nieren überprüfen zu lassen. Und obwohl die Methoden einerseits immer besser, andererseits die Tauglichkeitskriterien stetig entschärft wurden, hält sich die Untauglichkeitsquote in den letzten Jahren mit neun bis zehn Prozent ziemlich konstant. "Was aber stark im Zunehmen ist, sind die Lifestyle-bedingten Erkrankungen. Dazu gehören Übergewicht, Schäden am Bewegungsapparat und Hörschäden", weiß Brigadier Wolfgang Gerl, der Gesundheitsverantwortliche im österreichischen Bundesheer.
Strengster Datenschutz. Als Militär habe man eigentlich nur die Aufgabe, die Tauglichkeit der künftigen Soldaten festzustellen, erklärt Gerl. Als Arzt nehme man aber auch seine ethische Verpflichtung wahr. Und deshalb werden die Ergebnisse der Reihenuntersuchungen auch dem Gesundheitsministerium zur Verfügung gestellt. Generell gilt aber: strengster Datenschutz.
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302.100 Einzel-Untersuchungen an jungen Steirern wurden in den letzten 30 Jahren durchgeführt.
Bei rund einem Viertel werden noch unbekannte gesundheitliche Beeinträchtigungen diagnostiziert
















