Neue Spezialambulanz für Blasenkrebs an Grazer Uniklinik
Verbesserte Untersuchungsmethode zur Diagnose von gefährlichen "flachen Karzinomen".
Eine eigene Spezialambulanz für Patienten mit Blasenkrebs bietet die Uniklinik für Urologie in Graz seit kurzem an. Neben herkömmlichen Untersuchungsmethoden kommt dort mit der sogenannten Fluoreszenztechnik eine verfeinerte Methode zum Einsatz. Mit ihr können speziell hochgefährliche "flache Karzinome" besser erkannt werden, schilderte Klinikchef Karl Pummer.
Warnsignal. Blut im Urin ist oft das erste Warnsignal. Meistens verbirgt sich dahinter eine Harnwegs-oder Nierenerkrankung, in manchen Fällen kann es aber auch das erste Symptom für ein Karzinom der Harnblase sein. Das Fatale am Blasenkrebs ist, dass er im Anfangsstadium keine Beschwerden bereitet und oft über Jahre unbemerkt wächst. Rund 1.700 Blasenkrebs-Fälle werden zur Zeit österreichweit gezählt. Im Schnitt sterben rund 430 Erkrankte an dieser Krebsart. An der Grazer Uniklinik wird jährlich rund 500 Patienten ein Harnblasenkarzinom entfernt, die nun an der Spezialambulanz intensiv betreut werden können.
Problem. Ein wesentliches Problem für die Medizin besteht darin, dass das Karzinom durch sehr häufiges Wiederauftreten gekennzeichnet ist. Oft tritt der bösartige Tumor dann auch an mehreren Stellen der Blase gleichzeitig auf und häufig als sehr flache, manchmal fast unsichtbare Wachstumsform. Das Problem: Die sonst bewährte Zystoskopie, bei der ein optisches Untersuchungsinstrument durch die Harnröhre bis in die Blase eingeführt wird, weist hier eine hohe Versagerquote auf. Daher kommt an der Grazer Universitätsklinik für Urologie eine neue Methode zum Einsatz - die standardisierte Fluoreszenz-Technik.
Tumorzellen. Vom Prinzip her stützt sie sich auf die Tatsache, dass bösartige Tumorzellen aufgrund ihres hohen Stoffwechsels die eigens zugeführte fotoaktive Substanz intensiver aufnehmen. Bildhaft gesprochen, saugen sie die diagnostische Substanz auf und beginnen dann unter Verwendung von Blaulicht gut sichtbar zu "leuchten". Eine europäische Studie konnte eine Steigerung der Diagnose-Rate um 25 Prozent nachweisen, so Pummer. Auch bei verstreuten, weniger aggressiven Karzinomen könne die standardisierte Fluoreszenzmethode relevante Vorteile aufweisen.














