Etwas trockene Bootsfahrt durch Venezien
Eine Madrigalkomödie bei der "styriarte".

Foto © kkDAs Motto der styriarte "Alles fließt"
Für eine musikalische Kahnfahrt von Venedig nach Padua hatte man den Zuschauerraum und die Bühne der Helmut List-Halle in ein großes Boot verwandelt. 30 gedachte Kilometer oder 20 gesungene Madrigale lang ist diese Fahrt. Adriano Banchieri hat sie im Jahre 1605 komponiert und in seiner Madrigalkomödie "Barca di Venetia per Padova" den leichten Balletto-Stil zur Grundlage gemacht. (Ob diese Reise je stattfand, ist ungewiss.)
Leitung. Unter der Leitung von Diego Fasolis (Cembalo) legten die Solisten des Chores von Radio Svizzera und das Ensemble "I Barocchisti" ab. Die Instrumentalisten - ebenso aus Lugano - durchbrachen die Madrigalfolge abwechselnd mit Stücken aus Biagio Marinis epochalen "Affetti musicali" (Venedig 1617).
Wenig Schwung. Zum heiteren Singen und Tanzen waren Balletti ursprünglich gedacht. An Schwung, der damit verbunden ist, fehlte es dem Chor ein wenig. Aber auch den Streichern in Marinis instrumentalen Balletti. Sie spielten präzise und stilsicher, aber fast zu exakt und trocken, als dass sich barockes Lebensgefühl hätte einstellen können. Perfektion ist eben nicht alles. Und Marinis Sonaten hätten etwas getragener stärker gewirkt.
Ironisch. Köstlich ironisch erschienen dagegen die Madrigal-Parodien Gesualdos und Monteverdis (Nr. 9 und 10), deren Pathos Banchieri gelungen persiflierte
















