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Zuletzt aktualisiert: 21.07.2008 um 17:05 Uhr

Vor Polizeikontrolle in Mur gesprungen: Identität geklärt

Bei Fahndung nach einem Räuber in Graz überschlugen sich die Ereignisse. Patient aus der Landesnervenklinik Sigmund-Freud sprang vor Augen der Polizisten in die Mur und ertrank.

Viele Einsatzkräfte waren vor Ort

Foto © FFViele Einsatzkräfte waren vor Ort

Aus der Fahndung nach einem Handtaschenräuber wurde Sonntagfrüh in der Grazer Innenstadt plötzlich ein Wettlauf zwischen Leben und Tod. Vor den Augen der Polizisten war ein Mann in die hochwasserführende Mur gesprungen. Er konnte wenig später nur noch tot aus dem Wasser gezogen werden. Wie die Polizei am Montag bekannt gab, handelt es sich bei den Toten um einen 35-jährigen Mann, der Patient in der Landesnervenklinik Sigmund-Freud war.

Vermutlicher Handtaschenräuber. Auf dem Weg zum Gottesdienst in der Franziskanerkirche wurde kurz nach 9 Uhr eine 83-jährige Grazerin nahe des Hauptplatzes von einem Unbekannten zu Boden gestoßen. Der Täter entriss der Frau die Handtasche und flüchtete. Leicht verletzt begab sich das Opfer selbst in die Polizeiinspektion Schmiedgasse und zeigte den Überfall an, konnte jedoch keine genaue Täterbeschreibung abgeben. Die Polizei überprüfte darauf mehrere Personen im Nahbereich des Tatorts.

In Mur gesprungen. Auch einen Mann, der auf der Murpromenade bei der Radetzkybrücke saß, wollten die Beamten kontrollieren. Doch plötzlich stand er auf, zog seine Jacke aus, warf einen Plastiksack in die Mur, sprang hinterher und tauchte sofort in den Fluten unter. Jetzt war die Fahndung für die Polizei zweitrangig, es galt ein Leben zu retten. Binnen Minuten lief ein Großeinsatz an; alle Brücken wurden besetzt, die Feuerwehr suchte im Wasser mit Zillen und Booten, die Polizei aus der Luft mit dem Hubschrauber. Auch das Rote Kreuz stand bereit.

Keine Rettung mehr. Doch erst einige Kilometer flussabwärts wurde der Mann wieder gesichtet. Als die Einsatzkräfte ihn südlich der Puntigamerbrücke schließlich an Land ziehen konnten, gab es für ihn keine Rettung mehr.

WILFRIED ROMBOLD

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