Kommission untersucht Vorwürfe gegen Psychiater
Grazer Mediziner wurde beurlaubt. Laut "profil" u.a. Abnahme unerlaubt großer Mengen Blutes von Patienten.
Gegen einen Grazer Psychiater laufen Untersuchungen einer Kommission des LKH Uni-Klinikum Graz. Dies berichtete das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellen Ausgabe. Dabei geht es um mehrere Vorwürfe, die der ärztliche Leiter des LKH Gernot Brunner gegenüber der APA am Dienstag nicht präzisieren wollte. Laut "profil" soll der Psychiater u.a. "psychisch Kranken unerlaubt große Mengen Blut abgenommen und dubiose 'Studien' betrieben haben". Der Mann wurde laut Brunner beurlaubt, die Kommission soll ihre Untersuchungsergebnisse in zwei bis drei Wochen vorlegen.
Kommission. "Die Sache gehört rasch geklärt, das ist mein oberstes Credo", so Brunner. Die Kommission aus u.a. Juristen und Psychiatern solle die Vorwürfe klären. Für den betroffenen Kollegen gelte selbstverständlich die Unschuldsvermutung, so der ärztliche Leiter. Die Sache solle auch "nicht über die Medien ausgetragen" werden, meinte Brunner.
Verletzung. Im Raum steht laut "profil" eine "ganz schwerwiegende Verletzung von Patientenrechten, die besonders problematisch ist, weil es sich um psychisch Erkrankte handelt", wurde ein Mitglied der Untersuchungskommission zitiert. Einer dem Magazin zufolge "noch nicht eruierten Anzahl von depressiven oder schizophrenen Patienten" sollen bis zu 15 Röhrchen Blut abgenommen worden sein, ohne sie über den Grund zu informieren oder um ihr Einverständnis zu fragen. Diese Menge sei ein Vielfaches einer "normalen" Blutabnahme. Was damit geschah, ist "bislang ungeklärt".
Aufregung. Im Herbst 2007 hatte es einige Aufregung um den Psychiater gegeben, der Veranstaltungsleiter des Kongresses "Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie" in Graz war. Im Zuge der Veranstaltung hätte u.a. auch Markus Hoffmann von der Gruppe "Wüstenstrom" zwei Workshops halten sollen. Die Gruppe hält Homosexualität für "veränderbar" durch Therapie. Landeshauptmann Franz Voves (S) hatte nach Kritik ein Schreiben an die Veranstalter geschickt und erklärt, er werde alle Unterstützung zurückziehen, wenn die kritisierten Gruppen nicht von der Veranstaltung ausgeschlossen werden.
















