Med-Uni Aufnahmetest in Graz hat begonnen
925 von 1.122 angemeldete angehende Studenten erschienen zum Rittern um 360 Plätze. Meisten zeigten sich "entspannt".

Foto © Susanne RakowitzNur rund ein Drittel der heute im Saal anwesenden jungen Menschen werden im Herbst die Med-Uni besuchen
Wenn sich vor der Grazer Stadthalle Hunderte junge Menschen scharen, muss nicht ein Konzert der Grund sein. Es kann auch - wie am Freitag geschehen - wieder Zeit für den Aufnahmetest für die Medizinische Universität sein. In diesem Jahr haben sich für den Test 1.122 Frauen und Männer angemeldet - tatsächlich erschienen sind 925 angehende Medizin-Studenten. Sie rittern um 360 Studienplätze - davon 336 auf der Human- und 24 auf der Zahnmedizin.
Glück. Schon um 7.30 Uhr, also mehr als zwei Stunden vor dem Beginn des Tests um 9.45 Uhr, war die 20-jährige Stephanie aus Deutschland vor der Tür. Sie ist eine von jenen 215 Angemeldeten aus unserem Nachbarland, die ihr Glück in Österreich versuchen. Mit einer Flasche Wasser, diversen Stiften und ihrem Ausweis in den Händen meinte sie: "Ich habe das Gefühl, alle anderen sind besser vorbereitet als ich." Mit "allen anderen" meint sie die 450 Frauen und 294 Männer aus Österreich, die am Freitag gekommen sind und sich bei der Registrierung ihr rosafarbenes Band - die Zugangsberechtigung zur Halle - holten.
Studienplätze. Aber nicht nur Österreicher wollen einen der von 300 auf 360 aufgestockten Studienplätze ergattern. Auch 82 Frauen und 88 Männer aus dem EU-Ausland - der überwiegende Teil ist wie Stephanie aus Deutschland - erschienen am Freitag in Graz, vielen war dann der Weg nach Graz offensichtlich doch zu weit. Nur elf junge Menschen aus dem Nicht-EU-Ausland traten zum Aufnahmetest an. 75 Prozent der Studienplätze sind für Bewerber mit österreichischem Maturazeugnis reserviert, 20 Prozent für solche aus anderen EU-Ländern und fünf Prozent für Anwärter aus anderen Staaten.
Ausgangslage. Die Ausgangslage ist für alle gleich: Im Gegensatz zu den Eignungstests bei anderen Medizin-Universitäten in Österreich gilt es in Graz einen "Wissenstest" zu absolvieren. 225 Fragen aus den Bereichen Biologie, Chemie, Physik, Mathematik sowie Aufgaben zum Textverständnis warten auf die Prüflinge. Zwei von ihnen - Katharina und Kilian aus Linz - rauchen rund eine Stunde vor dem Einlass bereits mit dem rosa Band um das Handgelenk vor der Halle eine Zigarette. "Entspannt" seien die beiden: "Wir hatten noch keinen Nervenzusammenbruch," schmunzelte die 18-Jährige. Kilian, der anders als seine Freundin nach der Matura seinen Zivildienst absolvieren musste, habe vor Physik am meisten Respekt.
Halle. Exakt um 8.50 Uhr öffneten sich dann die Pforten der Halle. Die Prüflinge schlenderten gelassen in den Saal und suchten sich einen Platz. Innerhalb von nur zehn Minuten waren fast alle 960 vorbereiteten Plätze besetzt. Nur in der letzten Reihe blieben ein paar Dutzend Sessel frei. Gilbert Reibnegger, Vizerektor für Studium und Forschung, begrüßte die angehenden Studenten und versuchte zu erklären: "All jene, die es nicht schaffen, haben nicht versagt". Doch die Ressourcen machten den Aufnahmetest nötig. Nur rund ein Drittel der im Saal anwesenden jungen Menschen wird Reibnegger im Herbst - dann aber auf der Med-Uni - abermals begrüßen dürfen.















