"styriarte": Aimard feiert gleich zwei 100. Geburtstage
Hommage mit exemplarischen Interpretationen.

Foto © APAPierre-Laurent Aimard
Obwohl sie innerhalb weniger Stunden, am 10. und 11. Dezember 1908, zur Welt kamen, gingen sie völlig unterschiedliche Wege. Den bevorstehenden 100. Geburtstag der Komponisten Olivier Messiaen, der 1992 gestorben ist, und Elliott Carter, der in New York lebt, feierte Pierre-Laurent Aimard bei der "styriarte" im erfreulich gut besuchten Stephaniensaal.
Begriffe der Zeit. Zu seinem geistigen Ziehvater Messiaen hegt der 50-jährige französische Pianist eine besonders enge Beziehung. Dessen 1940/41 in deutscher Kriegsgefangenschaft entstandenes "Quartett für das Ende der Zeit" präsentierte er mit extrem langsamen Tempi in den ruhigen Sätzen als vergeistigte Musik, die theologische und philosophische Begriffe von Zeit, Raum und Ewigkeit abhandelt. Im Verein mit dem Geiger Steven Copes, dem Cellisten Richard Lester und dem Klarinettisten Michael Collins gelang ihm eine suggestive Mischung aus meditativer Dichte, ruhevoller Sensibilität, kontrollierter Expressivität und klarer Linienführung.
Bindeglied. Die von Jaime Martin virtuos geblasene Flötensonatine von Pierre Boulez, mit der sich der 25-Jährige 1946 anschickte, die Weichen von der Dodekaphonie zum Serialismus zu stellen, diente als Bindeglied zu den unterhaltsameren, spielerischen kurzen Stücken Carters, wie das Klaviersolo "Matribute" des 99-Jährigen aus dem Vorjahr.
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Im Radio: 4. Juli, 19.30 Uhr, Ö 1
















