Kampfhund fiel Grazerin an
Radfahrerin wurde im Stadtpark von Stafford Terrier mehrmals gebissen. Beinahe ein Bein verloren.
"Der Hund kam wie eine Kanonenkugel auf mich zugeschossen, er fletschte die Zähne und fiel mich sofort an." Mit Entsetzen erinnert sich diese 60-jährige Radfahrerin an diese eine Minute am 10. März 2008. "Ich stürzte vom Rad, schlug mir dabei zwei Zähne aus, der Hund biss sofort zu." In das Gesäß, in den Oberschenkel, den Unterschenkel, in die Brust. "Ich lag am Boden und strampelte um mein Leben . . .", sagt sie leise zu Richter Christoph Lichtenberg im Straflandesgericht Graz.
Wunden. Die körperlichen Wunden, so schlimm sie wegen der nachfolgenden Entzündungen auch sein mögen, werden heilen. "Ich habe seither Albträume und panische Angst, wenn ich Hunden begegne, das ist für mich wirklich ein Problem", spricht die Grazerin von den psychischen Begleitfolgen dieser Attacke. Eine tiefe Eindellung in der Wade ist noch sichtbar, "ich bin ja froh, dass man das Bein nicht amputieren musste", erzählt die Frau, "das war knapp."
Prozess.
Die Hundehalterin, ein 18-jähriges Mädchen, steht vor Gericht. Sie hatte den Hund schlampig verwahrt: Ohne Beißkorb ist es dem Tier gelungen, den Kopf aus dem Halsband zu schlängeln. "Woher haben Sie den Hund?" will der Richter wissen. "Aus Spanien." - "Und warum gerade diesen Kampfhund?" - "Ich wollte ihn haben, es konnte sonst niemand mit ihm umgehen." - "Aber Sie wussten schon vor diesem Vorfall, dass er aggressiv ist." - "Ja, aber nicht so." - "Kommen Sie her, da sind die Fotos von den Verletzungen des Opfers, schauen Sie sich das an", hält ihr der Richter ein paar Bilder hin. Sie reagiert entsetzt.
5.000 Euro Schmerzensgeld.
Fünf Monate bedingt, 600 Euro unbedingt und vorerst 5.000 Euro Schmerzensgeld für das Opfer. Angenommen. Der Hund lebt jetzt bei einer Freundin.

















