Lea Titz: Und ganz plötzlich macht es "klick"
Foto- und Videoarbeiten von Lea Titz in Graz.

Foto © Lea Titz
Gespannt blickt man auf den Monitor: Der Wind treibt trockene Büsche durch den kahlen Raum. Im Hintergrund erklingt Morricones Mundharmonika-Solo aus "Spiel mir das Lied vom Tod". Jetzt fehlen nur noch zwei Ganoven, die zum Duell antreten, denkt man sich und wartet. Da wird einem plötzlich klar: Die Szene spielt gar nicht im Wilden Westen, sondern die Künstlerin mit uns! Der Schauplatz ist der Raum unter einem Bett, die Büsche sind nur Staubwusel!
"Irritierende Poesie"
Ein Video voller "irritierender Poesie" nennt Anselm Wagner die Arbeit von Lea Titz, der das Stadtmuseum derzeit eine Personale widmet. Und Irritation mit Poesie findet man auch in den weiteren Werken der Grazer Künstlerin. In der Videoarbeit "Alp", die im Rahmen von "Dachstein.Cult" entstanden ist, entfaltet Titz ein Zwitterwesen aus Mensch, Eis und Tier. In einem weiteren Film säubern Fliegen die Moderne von Unreinheiten.
Unschärfe.
Um Unreinheiten, besser: Unschärfe, geht es in den Fotografien der Künstlerin. Titz, die an der Angewandten in Wien studiert, zeigt im Stadtmuseum Interpretationen der Graz-Veduten des Biedermeier-Malers Conrad Kreuzer. Das Museum, das erst kürzlich das fünfte von sechs Stadtansichten erwarb, verfügt nun sogar über sieben Veduten. Unscharf zwar und digital - aber auch hier macht es beim Betrachter früher oder später "klick".
Features
Fakten
Lea Titz. "Kollektoren". Stadtmuseum Graz. Bis 7. 9. Tel. (0 31 6) 872 7600.

















