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Zuletzt aktualisiert: 18.06.2008 um 05:30 UhrKommentare

Computer stürzte ab: LKH-Patienten entnervt

Chaos bei Patienten-Transport am LKH-Gelände in Graz: Durch ausgefallenen Computer mussten Patienten bis zu vier Stunden auf ihren Abholung warten.

Foto © Kleine Zeitung DIGITAL

Völlig entnervt schiebt eine Krankenschwester in der Unfallchirurgie der Universitätsklinik Graz eine Frau im Rollstuhl zur Erstaufnahme. "Das neue System ist eine Frechheit", schimpft sie. Denn ausgerechnet jener Rechner, der den zentralen Patiententransport innerhalb des LKH-Geländes regelt, ist ausgefallen; die Kommunikation zwischen Krankenstation und Fahrer daher nur sehr eingeschränkt möglich. Christine Ninaus, die Frau im Rollstuhl, erzählt: "Ich hätte um 7.30 Uhr früh abgeholt werden sollen, gekommen ist der Fahrer erst um 11.30 Uhr." Die Frau war von der Leiter gefallen und hatte sich die Lendenwirbel gebrochen. Heute soll der Arzt entscheiden, ob der Bruch verheilt ist. "Vom langen Sitzen habe ich schon Rückenschmerzen", seufzt die Frau.

HNO-Klinik. Ähnlich geht es drei Patienten auf der Ambulanz der HNO-Klinik. "Ich warte schon seit eineinhalb Stunden auf den Rücktransport auf meine Station", beklagt sich auch ein Radiologie-Patient. Und eine Frau mit Oberschenkelhalsbruch erzählt: "Ausgemacht war 8.30 Uhr, darum habe ich mich beim Waschen so getummelt. Geholt haben sie mich erst um 10.30 Uhr." Noch länger warten, nämlich viereinhalb Stunden, musste Maria Umschaden auf einen Rücktransport. "Ich warte mich zu Tode", klagt die 87-Jährige.

System-Umstellung. Die Klinik selbst zeigt sich zerknirscht. "Wir wollten mit der System-Umstellung die Transportwege optimieren und den Verwaltungsaufwand minimieren", erklärt Simone Pichler. Rund 35 Mitarbeiter bringen normalerweise 1000 Patienten täglich in die Behandlungsräume. "Wir transportieren auch Schwerverletzte vom Rettungshubschrauber in den Schockraum", erzählt ein Mitarbeiter, "derzeit werden wir oft zu spät dorthin gelotst." Laut Klinik nimmt der Patiententransport jedoch in diesem Fall nur eine untergeordnete Rolle ein. Heute soll die Mannschaft jedenfalls um acht Mitarbeiter verstärkt werden.

MONIKA SCHACHNER

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