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Zuletzt aktualisiert: 17.06.2008 um 12:32 UhrKommentare

Steiermark macht sich für Verbot von Substitol stark

SPÖ-Landesrat appelliert an Ministerin Kdolsky: "Zulassung überdenken". Die ÖVP zeigt sich erfreut über das "Aufgreifen alter Forderung".

Foto © Polizei

Der steirische Gesundheitslandesrat Helmut Hirt (S) fordert Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (V) dringend auf, die weitere Zulassung des Drogenersatzmittels Substitol zu überdenken. Substitol, das in den meisten anderen EU-Ländern gar nicht zugelassen ist, sei für die meisten Drogentoten im Land verantwortlich.

Statistik. Elf Drogentote verzeichne die steirische Statistik laut Hirt bereits für heuer, 2007 kamen 16 junge Steirerinnen und Steirer durch Drogenmissbrauch ums Leben, und fast immer sei die Ersatzdroge Substitol im Spiel gewesen, begründete Hirt in einer Aussendung am Dienstag den Vorstoß.

Missbrauch. 754 Substitutionspatienten, davon rund 200 junge Frauen seien zur Zeit in der Steiermark gemeldet, 541 von ihnen lebten im Großraum Graz, mehr als die Hälfte davon werde mit Sustitol behandelt. Wobei sich steirische Experten einig seien, dass nicht die Substitutionstherapie das Problem ist, sondern der Missbrauch. Unisono stellten sowohl Experten wie auch Exekutive der steirischen Ärzteschaft dabei ein gutes Zeugnis aus: Das Substitol am steirischen Schwarzmarkt komme zu 100 Prozent aus Wien, wo offensichtlich großzügiger mit entsprechenden Verschreibungen umgegangen werde.

Substitol. Beleg für diesen dringenden Verdacht sei, dass von den Drogenopfern im heurigen kein einziges im Substitutionsprogramm gewesen sei. "Substitol ist offenbar - nicht zuletzt aufgrund des Preisgefüges bei illegalen Drogen - mittlerweile zur Schwarzmarktdroge Nummer Eins in der Steiermark aufgestiegen", so der Landesrat. In Graz werde nach Erkenntnissen der Drogenfahnder derzeit um 25 bis 35 Euro je Kapsel des Mittels gehandelt, dessen Wirkung ähnlich wie jener von Heroin beschrieben wird.

Reaktion. Der ÖVP-Landtagsabgeordnete und Polizeibeamte Edi Hamedl zeigte sich in einer Reaktion erfreut, dass der Gesundheitslandesrat auf jene Linie eingeschwenkt sei, die von der Volkspartei seit fünf Jahren verfolgt werde. Gleichzeitig bedauerte er, dass Hirt einen E-Drogenpass zur Eindämmung des Missbrauchs abgelehnt habe, weil ein "irgendwann" ein Monitoring im Rahmen der Suchtmittelverordnung des Bundes kommen soll.


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