Streik für Patienten "kein Beinbruch"
Rund 2000 steirische Ärzte protestierten am Montag gegen Gesundheitsreform. Dennoch kein Engpass bei Patientenversorgung.

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Die Zeiger der Uhr stehen auf neun. Drei Patienten warten in der Notfallaufnahme (EBA) der Universitätsklinik Graz darauf, behandelt zu werden. "Der Ansturm ist wie an einem normalen Feiertag", meint Andreas Lueger, Leiter der Abteilung. 60 bis 120 Patienten täglich werden hier für gewöhnlich behandelt. "Im Grunde ist es unmöglich abzuschätzen, wie viele Notfälle tatsächlich reinkommen", berichtet Lueger über seine Erfahrungen. Die Notaufnahme sei jedoch so organisiert, dass immer auf zusätzliches Personal zurückgegriffen werden kann.
Ruhiger Tag
Nicht mehr Arbeit als üblich gab es beim Roten Kreuz Steiermark. "Da die Fahrten zu den Arztpraxen entfielen, waren unsere Mitarbeiter sogar weniger oft als an einem normalen Montag im Einsatz", so Pressesprecher August Bäck.
Wenn es mal wieder länger dauert...
Lange Schlangen und volle Wartezimmer finden die Patienten hingegen auf der Kinderklinik vor. "Niklas hat sich einen ordentlichen Husten zugezogen", erzählt Doris Lesky aus Stainz. Da der Kinderarzt heute nicht ordiniert, ist sie mit ihrem sechsjährigen Sohn nach Graz gefahren. Die medizinische Versorgung auf der Kinderklinik beurteilt sie durchwegs positiv: "Man muss zwar warten, dafür findet man hier alles unter einem Dach." Weniger verständnisvoll reagiert Lesky auf den Ärztestreik: "Vor allem für junge Familien kann das problematisch werden. Wenn mein Kind Lungenentzündung hat, muss es ja sofort untersucht werden und nicht erst einen Tag später. Die Fahrt in die Klinik ist dann unumgänglich."
Termine.
Vor allem vorbestellte Patienten findet man auf der Grazer Kinderchirurgie. "Ich habe mir beim BMX-Fahren einen doppelten Schlüsselbeinbruch geholt", seufzt Patrice Lezard. Jetzt hält eine Platte den Knochen zusammen, Anfang Juli soll sie entfernt werden. Sabine und Manfred Raffler aus Geistthal sind mit ihrer 13 Monate alten Tochter Leonie hier: "Der heutige Termin stand schon seit Wochen fest."
Alles ruhig.
Eine positive Bilanz zieht jedenfalls Gebhard Falzberger, Betriebsdirektor der Universitätsklinik Graz: "Unsere Ambulanzen wurden nicht gestürmt, wir waren aber gut vorbereitet." Auch außerhalb der Landeshauptstadt ist man zufrieden. In der Ambulanz des LKH Leoben hatte man sich gestern wegen des Streiks auf einen größeren Andrang als normal vorbereitet. Zu merken war davon allerdings nicht viel, wie im Krankenhaus zu erfahren war.
In Deutschlandsberg kamen 20 Patienten in die internistische Ambulanz des LKH, kein außergewöhnlicher Wert für das Spital. "Erst ab einer Streikdauer von zwei bis drei Tagen könnte sich das ändern", glaubt Primar Gottfried Filzwieser.














