Steirisches Kinderbüro wird zehn Jahre alt
Arbeit im Dienst der Kinder: Das steirische Kinderbüro feiert zehnten Geburtstag. Geschäftsführer Bernhard Seidler zieht Bilanz.

Foto © KKBernhard Seidler
Das Kinderbüro feiert Geburtstag. Was hat sich für die Kinder im Land im letzten Jahrzehnt bewegt? Wie kinderfreundlich ist die Steiermark?
BERNHARD SEIDLER: Es hat sich schon einiges getan. Unser Ziel war von Anfang an, eine Expertenstimme für die Anliegen der Kinder zu sein. Inzwischen ist es bei vielen Vorhaben zumindest so, dass die Betreiber an uns herantreten, noch bevor irgendwo Konflikte auftauchen. Ideal wäre es, wenn man uns von Anfang an einbinden würde. Nur ist es bei großen Projekten leider immer noch so, dass die Kinder in der Regel der am wenigsten wichtige Aspekt sind. Das gilt auch für die Agenden des Landes.
Wo wäre Handlungsbedarf?
SEIDLER: So gut wie überall. Zur Zeit wird über das neue Raumordnungsgesetz diskutiert. Die Kinder- und Jugendsicht ist da überhaupt nicht eingeflossen. Auch bei Dingen wie der Wohnbauförderung wäre es wichtig, mehr auf die Kinder Rücksicht zu nehmen. Besser funktioniert das inzwischen bei der Verkehrsplanung. Da wird unsere Expertise häufig eingeholt.
Warum fehlt oft die Bereitschaft dazu?
SEIDLER: Es gibt halt zu wenig Bewusstsein dafür, dass das Einbinden von Kinderinteressen eine wichtige Investition ist. Mittlerweile sind wir als Verein aber schon sehr bekannt. Wir verleihen jedes Jahr den "TrauDi"-Kinderrechte-Preis, machen Vorträge, erarbeiten Info-Material und Broschüren. Und seit Jahren gibt es das Grazer Kinderparlament. Noch vor zehn Jahren haben uns die Politiker für deppert gehalten, wenn wir in einen Prozess eingebunden werden wollten. Jetzt ist das längst nicht mehr so.
Wie läuft die Zusammenarbeit mit der Politik?
SEIDLER: Naja, über Parteigrenzen hinweg zusammenzuarbeiten ist leider sehr schwierig. Da scheitern Projekte manchmal deshalb, weil Rot und Schwarz nicht miteinander wollen. Das ist ärgerlich. Die Zusammenarbeit mit Jugendlandesrätin Bettina Vollath funktioniert aber sehr gut.
Apropos Politik: Das Interesse der Jugendlichen daran soll sich ja in Grenzen halten.
SEIDLER: Wen wundert das? Wählen mit 16 allein reicht nicht. Damit ich Interesse wecke, muss ich Kinder schon vom Kindergarten und der Volksschule an bei Entscheidungen einbinden und ernst nehmen. Beim Wählen mit 16 ist Österreich Vorreiter. Die Vorbereitung jener, um die es dabei geht, fehlt aber. Das den Kindern anzukreiden, wäre nicht fair.
Features
Fakten
Der Verein, 1998 gegründet, wird von 40 Mitglieds-
















