Lend und Leute sorgen jetzt für bunten Wirbel
Das trendigste Viertel der Stadt feiert sich selbst: Frisch und unangepasst wie der Lend wird das Straßenfest, das am Wochenende steigt.

Foto © www.lendwirbel.atDer Grazer Bezirk Lend feiert ein dreitägiges Straßenfest
Nicht sagen! Für dich einen Macchiato, du bekommst eine Melange und du ein Makava." Im Lend kennt man sich eben, was nicht nur Getränkebestellungen in der "Scherbe" vereinfacht, sondern auch ein freundschaftliches Netzwerken ermöglicht. In den letzten Jahren hat sich der Arbeiterbezirk rasant von einer "Problemzone" zum trendigsten Viertel von Graz entwickelt, wo sich Szenelokale, Second-Hand-Läden und Designgeschäfte aneinander reihen.
Dieses Wochenende feiert das Lendviertel sich selbst und der Rest von Graz wird gerne mitfeiern: Beim "Lendwirbel", einem dreitägigen Straßenfest, wird alles aufgefahren, was das besondere Flair der Gegend ausmacht: junge Kunst, Underground-Musik, originelle Konsumgüter, feines Essen und - am allerwichtigsten - nette Leute.
Aus jung wird teuer. Das Fest soll eine "Manifestation für das Mitgestalten der Stadt sein", fasst der Architekt Gottfried Prasenc zusammen, der das Programm mit seinem Team um ein Symposion erweitert, das sich mit dem Problem der "Gentrifizierung" beschäftigt: "Nicht hochwertige" Stadtteile werden von jungen Kreativen besiedelt und aufgewertet, die Mieten steigen und werden für Junge unleistbar, der unkonventionelle Charakter des Viertels geht wieder verloren.
Die ersten Symptome dieser Entwicklung sind auch im Lend bereits zu spüren: "Wir hätten gern mehr Raum für unser Büro, aber das ist unleistbar geworden", erzählt der Musiker und Grafikdesigner Mario Rampitsch, der von der Motivation der "Lendwirbler" begeistert ist: "Fast alle machen mit, obwohl klar ist, dass es kaum Geld dafür gibt." Eine Zusage der Förderung von Seiten der Stadt lässt noch auf sich warten, immerhin wurden den Veranstaltern aber die Verwaltungskosten erlassen und das Citymanagement hat seine finanzielle Unterstützung zugesichert.
Verewigt soll das ganze Spektakel in einer eigenen Publikation werden, die die Zeit zum nächsten "Lendwirbel" verkürzen soll. "Aber nur", erzählt der von unzähligen anstrengenden Behördenwegen geschlauchte Rampitsch, "wenn jemand meinen Part übernimmt."















-Anzeigen

