Steirische Polizei legt Augenmerk auf Public Viewings
750 von 3.300 Beamten sind "verliehen". Die Inspektionen sind "dürftig besetzt, aber ausreichend für den Regelbetrieb".

Foto © LPKWorst-Case-Szenarien werden durchgegangen um Eskaltionen vorzubeugen
Betrunkene, Randalierer und Hooligans - das sind die Hauptakteure der Worst-Case-Szenarien der Polizei bei den steirischen Public Viewing-Plätzen im Rahmen der EURO 2008. Um schon vor Eskalationen für die nötige Sicherheit in den Veranstaltungsbereichen zu sorgen, haben die Organisatoren verschärfte Maßnahmen umzusetzen. Private Security-Firmen müssen in erster Linie für die Sicherheit sorgen, Polizisten sollten erst zum Einsatz kommen, wenn der Veranstalter nicht mehr Herr der Lage ist, erklärte Gerhard Lecker von der Bundespolizeidirektion Graz am Donnerstag.
Hauptaufgaben: Die Sicherung der Public Viewing-Bereiche wird bei der EURO 2008 eine der Hauptaufgaben der steirischen Exekutivbeamten sein. 300 Polizisten wurden dafür aus dem regulären Dienst in die sogenannte Ordnungsdienstpolizei (ODP) abgezogen. Diese Beamten haben als Vorbereitung zusätzliche Schulungen erhalten. Die Ausrüstung werde dieser Tage ausgeliefert. Die Polizisten können bei Bedarf innerhalb kürzester Zeit zu Gruppen zusammengezogen werden, die zu einem Einsatz bei einem Public Viewing ausrücken. Ein Einschreiten erfolge während der EURO 2008 ausschließlich in Gruppenstärke, erklärte Benno Kleinferchner vom Stadtpolizeikommando.
Verdeckte Beobachter. Ebenfalls auf den Veranstaltungsgeländen anwesend sein wird ein Polizist, der die Einhaltung der behördlichen Auflagen, wie etwa Freihaltung von Fluchtwegen, und die Besucheranzahl im Public Viewing-Bereich kontrolliert. Sogenannte szenekundige Beamte mischen sich ebenfalls in die Masse und beobachten verdeckt das Geschehen. Bei aufkommenden Unruhen können auch sie Verstärkung rufen, erklärte Kleinferchner das Prozedere. Trotz dieser Szenarien auf den Veranstaltungsgeländen gehe die Exekutive davon aus, dass sich Zwischenfälle eher vor und nach den Spielen außerhalb der Public Viewing-Bereich ereignen werden.
"Ausreichend besetzt". Betreffend der Vorhaltungen, wonach Inspektionen wegen des Personalmangels in der Nacht schließen müssten, entwarnte Kleinferchner. Die Polizeiinspektionen seien während der Europameisterschaft zwar "dürftig" besetzt, aber "ausreichend für den Regelbetrieb", versicherte er. Sobald es zu einer Eskalation komme, könnten die ODP und auch die Einsatzeinheit gerufen werden. Von den insgesamt rund 3.300 steirischen Polizisten seien zwar rund 750 an die übrigen Bundesländer "verliehen", der Restbestand entspreche aber immer noch dem eines gewöhnlichen Sommermonats mit Urlauben - für diese gibt es bei der Polizei während der EM übrigens eine Sperre.














