Ermittler zweifeln an Tod von NS-Arzt Aribert Heim
Die deutschen Behörden wollen aufgrund neuer Erkenntnisse weiter "in alle Richtungen ermitteln". Eine Leiche des NS-arztes wurde bisher nicht gefunden worden.

Foto © APAAribert Heim tauchte 1962 unter
In Deutschland zweifeln Ermittlungsbehörden daran, dass der als NS-Verbrecher gesuchte Aribert Heim wirklich in Ägypten gestorben ist. Laut dem "Spiegel" lassen neue Erkenntnisse des Landeskriminalamts Baden-Württemberg "aus eigenen Quellen" im In- und Ausland sowie Widersprüche in der Version vom Tod die Fahnder "in alle Richtungen ermitteln".
Aribert Heim
1992 in Kairo gestorben? Anfang Februar hatten das ZDF und die "New York Times" als Ergebnis gemeinsamer Recherchen gemeldet, dass der 1914 in der Steiermark geborene frühere KZ-Arzt bereits am 10. August 1992 in Kairo an Darmkrebs gestorben sei. Heim soll sich demnach fast 30 Jahre in der ägyptischen Hauptstadt vor den Ermittlern versteckt haben. Er war im Konzentrationslager Mauthausen unter anderem als "Dr. Tod" berüchtigt und soll 1941 zahlreiche Häftlinge mit Injektionen ins Herz getötet haben.
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"Keinen Beweis für den Tod" Heims.
Ein Sohn Heims hatte den Tod bestätigt, eine zufällig in Kairo aufgefundene Aktentasche mit Dokumenten von Heim sowie Zeugen sollten Leben und Sterben in Ägypten belegen. LKA-Spezialisten haben inzwischen die Dokumente analysiert. Erste Bewertungen der Papiere lieferten jedoch "keinen Beweis für den Tod" Heims, berichtet der "Spiegel".
Kreis der Unterstützer.
Sicher sind sich die Fahnder demnach aber, dass der Kreis der Unterstützer Heims bei seiner jahrzehntelangen Flucht größer war als bisher bekannt. Heim habe Geld durch Überweisungen aus der Schweiz und den USA erhalten, außerdem hätten ihn Kuriere mit Bargeld und Briefen versorgt. Beim Versuch, über Mittelsmänner Immobilien in Ägypten zu erwerben, sei Heim um eine große Summe Geld betrogen worden.
Leiche bisher nicht gefunden.
Die Leiche Aribert Heims ist bisher nicht gefunden worden. Sie soll nur eine befristete Zeit in einem bestimmten Grab in Kairo gewesen sein.
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Steckbrief
Aribert Heim wurde 1914 in Bad Radkersburg geboren und studierte in Graz Medizin. Er soll im Konzentrations-
lager Mauthausen bei Linz hunderte Insassen durch Spritzen ins Herz oder bei "Operationen" ohne
Betäubung getötet haben. Er galt als extrem grausam. Heim praktizierte nach dem Krieg in Süddeutschland (Baden-Baden) als
Frauen-
arzt und ist seit 1962 permanent auf der Flucht.


















