Gesundheitsstrukturplan gegen Ärzte beschlossen
Für steirischen Kammerpräsident Routil ist RSG "ein Torso" - Psychiatrie bekommt eigenes Konzept.
Die Gesundheitsplattform Steiermark hat den Regionalen Integrierten Strukturplan Gesundheit (RSG) - gegen die Ärztekammer - beschlossen. Im RSG ist u.a. vorgesehen, zehn Prozent der knapp 7.000 Spitalbetten bis 2015 anderen Funktionen zuzuordnen bzw. aufzulassen und Ressourcen vom internen und chirurgischen Bereich hin zum palliativ- und intensivmedizinischen sowie im psychiatrischen und psychosomatischen Bereich umzuschichten.
Ärztekammer. Gesundheitslandesrat Helmut Hirt (S) bezeichnete es am Dienstag als "Wermutstropfen", dass die Ärztekammer die Entscheidung nicht mittrage. Ihre Kritik der fehlenden Abgrenzung zwischen der Aufgaben niedergelassener Ärzte und Spitalambulanzen sei zwar verständlich, es dürfe aber nicht alles beim Alten bleiben, und deshalb müsse es auch hier künftig Spielräume geben, um Entwicklung und Bedarf Rechnung tragen zu können, so Hirt. Auch der Umstand, dass der auf Wunsch der ÖVP eingerichtete Finanz- und Kontrollausschuss mit keinem Ärzte-, sondern nur mit Landes- und Sozialversicherungsvertretern besetzt sei, verteidigt Hirt: "Dort sollen die Hauptzahler drinnen sitzen".
Ärzteschaft. Vom RSG ausgenommen ist die Psychiatrie, was von der Ärzteschaft ebenfalls kritisiert wird. Hier sei man übereingekommen, bis Jahresende ein umfassendes Psychiatriekonzept zu erstellen - die SPÖ setzt auf Dezentralisierung, die ÖVP befürchtet eine Zerschlagung der Landesklinik Siegmund Freund in Graz. "Ohne klare Zielvorstellungen für die extramurale Versorgung und den fehlenden Psychiatrieplan ist der RSG ein Torso - eine Zustimmung zu diesem Zeitpunkt wäre daher voreilig und unseriös", erklärte der steirische Ärztekammerpräsident Wolfgang Routil.
















