"Haushüter" kümmern sich nun auch um daheim gebliebene Menschen
Grazer Institut erweitert sein Dienstleistungsangebot. Eine Expansion nach Liechtenstein und in die Schweiz ist geplant.

Foto © APA / Ingrid KornbergerEin Haushüter-Ausweis des Grazer Sicherheitsinstituts
Das Sicherheitsunternehmen "Hauswache" mit Sitz in Graz, das österreichweit den Schutz von Heim und Haustiere während der Abwesenheit der Besitzer anbietet, weitet sein Tätigkeitsfeld aus: Künftig werden die Haushüter auch Personen, in erster Linie ältere Menschen, betreuen, wie Guido Kollaritsch am Freitag zum Auftakt der Generalversammlung des Verbandes Deutscher Haushüter-Agenturen in Graz mitteilte.
Seit 25 Jahren betreuen in Deutschland Haushüter vorübergehend unbewohnte Häuser und Haustiere der verreisten Bewohner. Pensionisten übernehmen diese Aufgabe - inzwischen sind es 1.500. Sie bewohnen für bestimmte Zeit die verlassenen Objekte und sollen so potenzielle Einbrecher abschrecken. Das Grazer Sicherheitsinstitut "Hauswache" ist mit rund 30 Mitarbeitern einziger derartiger Anbieter in Österreich und ebenfalls Mitglied im deutschen Dachverband.
Personenbetreuung. Wie im Nachbarland bereits üblich, will Hauswache-Chef Kollaritsch das Service nun auch auf Personenbetreuung ausweiten. "Alte Menschen haben oft Angst, alleine im Haus zu bleiben, die restliche Familie wünscht sich jedoch mehr Freiraum und möchte zum Beispiel auf Urlaub fahren", begründete Kollaritsch, der vor seiner Pensionierung stellvertretender steirischer Sicherheitsdirektor war.
Individuelle Schulungen. Vor jeder Personenbetreuung steht dem Haushüter ein individuelles Schulungsprogramm bevor, das sie auf den zu betreuenden Menschen einstimmt. "Besonders die immer häufiger werdenden Demenzfälle verlangen intensive Vorbereitungen", so Kollaritsch. Klaus Adam, Vorstand des Verbandes Deutscher Haushüter-Agenturen, wies allerdings darauf hin, dass keine medizinische Versorgung geboten wird: "Den Haushütern fehlt die Qualifikation zu Pflegearbeiten, sie dürfen keine Medikamente verabreichen." Die angebotenen Leistungen verstünden sich als Ergänzung zur pflegerischen Betreuung.
Die Kosten für eine Hausbewachung betragen in Österreich 55 Euro pro Tag, wobei die Betreuung eines Haustieres inkludiert ist. Bei Personenbetreuung wird ein Aufschlag von 30 Euro verlangt. Kollaritsch möchte sein Angebot auch auf Liechtenstein, Südtirol und die Schweiz ausweiten. "Der Bedarf ist auf jeden Fall gegeben, es fehlen nur noch einige Schritte bis zur Umsetzung", so der Leiter des Grazer Instituts.

















