Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
22. Mai 2013 01:27 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Grazer stürmen das Finale "Das ist ein Signal an den Bund" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Nachrichten aus Graz und Umgebung Nächster Artikel Grazer stürmen das Finale "Das ist ein Signal an den Bund"
Zuletzt aktualisiert: 20.04.2008 um 06:42 Uhr

Luxusyacht "Black Money" zum Nulltarif

Die Hypo Steiermark wurde jahrelang mit System abgezockt. Der Betrugs-Krimi führt um die ganze Welt und hat auch komische Seiten.

In der Vorstandsetage der steirischen Landes-Hypobank am Grazer Joanneumring dürfte in den Jahren 2000 bis 2005 viel gejubelt worden sein. Das Leasing-Geschäft in Kroatien und Bosnien entwickelte sich phänomenal, die Umsätze sprengten Jahr für Jahr die Bilanzen. Doch 2006 platze die schöne Illusion: Man war einem Betrüger-Netzwerk zum Opfer gefallen.

Rasche Markteroberung. Heute muss man fragen, ob der Rausch der raschen Markteroberung nicht den Blick getrübt hat für die nötige Kontrolle. Denn es war vor allem ein Mann, Dr. Peter S., der als Alleingeschäftsführer in den Hypo-Leasing-Firmen alle Zügel in der Hand hielt. Als man die Notbremse zog und S. ablöste, blieb ein Desaster zurück. Allein die Hypo Kfz Leasing hatte gegenüber 1.651 Kunden offene Forderungen von 137 Millionen Euro. Viele dieser Forderungen sind bis heute uneinbringlich, weil die Firmen verschwunden sind, die Leasinggüter gar nicht existieren oder die Bank wegen fehlender Sicherheiten keinen Zugriff auf Wertgegenstände hat.

"Faule Leasingverträge". Die Gerichtsakten zu dem spektakulären Fall zeichnen nach, wie sich die Betrüger bei der Bank bedienten: Bei fast allen "faulen" Leasingverträgen traten immer wieder dieselben Lieferanten und Leasingnehmer auf, die sich gegenseitig Autos oder Maschinen lieferten. So schloss etwa eine Firma "Rok d.o.o." insgesamt 13 Leasingverträge ab, mit denen sie ein Segelboot Elan 45, einen Mitsubishi Pajero, einen gebrauchten Jaguar XJ Executive sowie Luxusautos der Marken Audi, BMW und Mercedes bezog.

Spuren ins Steuerparadies. Obwohl die Firma ihre Raten nicht zahlte und im Mai 2003 bereits mit 18.167 Euro gegenüber der Hypo im Rückstand war, wurden weiter neue Leasingverträge genehmigt. Im Genehmigungsblatt für das Segelboot findet sich ein Vermerk von Geschäftsführer Dr. S: "Zusätzliche Finanzierung aufgrund bisher ordnungsgemäßer Zahlweise vertretbar". Als die Sache bereits gerichtsanhängig war, schrieb ein Hypo-Mitarbeiter einen Vermerk auf das Wertberichtigungs-Blatt: "laufen lassen laut SP für 12-132". "SP" ist der Hypo-Geschäftsführer Peter S., die Zahlen sind die Endnummern der Leasingverträge. Scheinbar war es also der Chef selbst, der die Eintreibung verhinderte. Ob dies böswillig geschah, müssen die Strafgerichte klären - die Bank hat S. und einen Prokuristen wegen Betrugs, Untreue und Bilanzfälschung angezeigt. Für beide gilt die Unschuldsvermutung.

Unübliche Details finden sich in hunderten Geschäftsfällen. So wurde mit der gerichtlichen Eintreibung oft die Zagreber Anwältin Renata P. beauftragt, obwohl sie das betreffende Geschäft selbst vermittelt hatte. P. ist eine Zentralfigur der Affäre, sie und andere Vermittler kassierten für ihre "Dienste" auch noch sagenhafte 6,3 Millionen Euro Provisionen von der Hypo. Geleast wurde alles, was nicht niet- und nagelfest war: Asphaltiermaschinen, Mähdrescher, Kaffeehaustische, Heizräume, Klimaanlagen, Traktoren. Der Krimi führt mittlerweile um die ganze Welt; Scheinfirmen aus den Steueroasen Belize und British Virgin Islands sind ebenso involviert wie etwa die Firma Dixie Reproductions aus Goodlettsville, Tennessee (USA), die eine Druckmaschine an die Zagreber Firma Iterum lieferte. Die Iterum veröffentlichte zweimal exakt dieselbe Jahresbilanz. Trockener Kommentar von Gerichtsgutachter Fritz Kleiner: "Iterum heißt auf lateinisch ,abermals, nochmals'." Schaden aus diesem Fall: 297.360 Euro.

Unfreiwillige Komik. Auch sonst regiert über weite Strecken unfreiwillige Komik. So heißt eine Lieferfirma "Foculus" (lateinisch: Opferpfanne). Die Fleisch-Großhandelsfirma GIPI aus Citluk (Bosnien) leaste neben Geschäftsausrüstung auch die Motoryacht "Black Money I", was niemand verdächtig fand. Nach zwei Raten stellte sie die Zahlung ein, der Schaden beträgt laut Gutachten 242.000 Euro. Auch hier existiert ein Vermerk von Dr. S: "Zusätzliches Obligo vertretbar." Noch ein Detail: Als die Bank von GIPI-Firmenchef Pero G. die geleaste Ausrüstung zurückverlangte, hielt dieser zwar die Gegenstände zur Abholung bereit, verrechnete der Hypo aber 335.000 Euro Lagergebühr. Die Bank war offensichtlich zur goldenen Gans geworden - jeder schlachtete sie, wo er nur konnte.

ERNST SITTINGER

Fakten

Die Hypo-Tochterfirmen wur-den in Kroatien und Bosnien planmäßig ausgenommen.

Variante 1: Lieferant verrechnet der Bank Waren, die er gar nie beim Leasingnehmer abgeliefert hat.
Variante 2: Der Leasing-Nehmer zahlt die Raten nicht und verschwindet mit der Ware.

Grafik

Grafik © Kleine Zeitung

Grafik vergrößernLeasing-Güter im ÜberblickGrafik © Kleine Zeitung

Grafik

Grafik © Kleine Zeitung

Grafik vergrößernSo lief der LeasingvertragGrafik © Kleine Zeitung

Babys aus der Region

Fotos aus dem Bezirk

SMOB Smile-Flashmob in Graz 

SMOB Smile-Flashmob in Graz

 


Bezirkswetter

  • Mittwoch, 22. Mai 2013
    • Min: 7°C
    • Max: 19°C
    • Nsw.: 30%
    Wolkig
  • Donnerstag, 23. Mai 2013
    • Min: 10°C
    • Max: 15°C
    • Nsw.: 50%
    Regenschauer
  • Freitag, 24. Mai 2013
    • Min: 7°C
    • Max: 12°C
    • Nsw.: 55%
    Regenschauer

KLEINE.tv

Andreas Gabalier ließ Fans und Eis schmelzen

Eigentlich ging es am Freitag um Eis - geschaut haben aber alle nur auf ...Bewertet mit 3 Sternen

 

Steirische Faschingsnarren

Kanizaj

Am Faschingsdienstag ließen es sich unzählige Verkleidungskünstler trotz eisiger Kälte nicht nehmen, in ihre kreativen Kostüme zu schlüpfen.

 
Auch Ihr Foto soll hier erscheinen? Schicken Sie es uns via Upload!
 

Hochzeiten/Jubiläen

 
Auch Ihr Foto soll hier erscheinen? Schicken Sie es uns via Upload!
 

Steirer des Tages

Stimme der Feuerwehr
Kennen Sie auch jemanden, der Besonderes leistet? Dann schreiben Sie uns!

Leserfotos aus dem Bezirk

 
Auch Ihr Foto soll hier erscheinen? Schicken Sie es uns via Upload!
 

Todesanzeigen

Todesanzeigen aller steirischen Bezirke.

Events der Umgebung

Sie kennen ein tolles Event? Empfehlen Sie es uns!
 
Sie haben auch eine Meldung? Werden Sie Leser-Reporter und schicken Sie uns Ihre Texte!
 

Aboangebot

APA

Ihre Kleine kommt mit den Nachrichten von daheim auch nach Wien.

Wallpaper

 

Kontakt

So erreichen Sie die Grazer Stadtredaktion: Adresse, E-Mail & Telefon.



Seitenübersicht

Zum Seitenanfang