Schützenhöfer zu Voves: "Erwarte mir nichts mehr"
Die Konfrontation aus Anlass der Halbzeitbilanz von SPÖ und ÖVP war eine Dokumentation des Scheiterns am Miteinander in der Regierung. Bis zur nächsten Wahl ist Durchhalten angesagt.

Foto © APVoves will auch weiterhin die Zusammenarbeit forcieren
Es war eine seltene Gelegenheit der direkten Konfrontation, die sich den Journalisten Donnerstagabend im steirischen Presseclub bot: Üblicherweise richten einander Landeshauptmann Franz Voves und Stellvertreter Hermann Schützenhöfer nur über Dritte - in der Regel die Medien - Botschaften aus. Diesmal saßen sie gemeinsam an einem Tisch und stellten sich der Befragung. Dabei konnte es nicht ausbleiben, dass anlässlich der Halbzeitbilanz nicht nur die Liste der Erfolge, sondern vor allem auch das schlechte Klima zur Sprache kam.
Arbeitsübereinkommen gebrochen. Der Part des Angreifers lag bei Schützenhöfer, der unmissverständlich feststellte, dass das Arbeitsübereinkommen ein für allemal als von der SPÖ gebrochen zu betrachten sei und daher keine Vereinbarung mehr gelte. Nachfrage. Gilt das auch fürs Personal. Antwort: "Das gilt für alles, ich erwarte mir von der SPÖ nichts mehr."
Zusammenarbeit. Den Appell des im Gegensatz dazu unbeirrt die Zusammenarbeit beschwörenden Franz Voves, doch wenigstens die Abschaffung des Proporzes zu ermöglichen, wischte Schützenhöfer vom Tisch: "Es kommt immer auf die Personen an. Wenn die sich finden, ist alles ok." Aufgelegt die Frage im Anschluss, was denn aber sei, wenn sich die Partner - wie in der Steiermark - ganz offensichtlich nicht finden? Da wurden beide emotional. "Vor versammelter Mannschaft gibst du mir die Hand auf gute Zusammenarbeit, um dann d'rüberzufahren", wandte sich Schützenhöfer an Voves. Er könne damit leben, so Schützenhöfer, auf eitel Wonne werde er aber nicht spielen. Das Thema Proporz blieb unbeantwortet im Raum stehen.
Wähler wenden sich ab. Er gebe heute zu, damals, gegenüber Waltraud Klasnic, vielleicht zu viel Opposition gemacht zu haben, räumte Voves ein. Aber das, was sich jetzt abspiele, sei ein Bild, von dem sich der Wähler abwende. Daher der Wunsch nach dem Aus für den Zwang in die Regierung.

















