Grazer Architekten bauen Schlesisches Museum in Kattowitz
Wichtigster Museumsneubau Polens wird von Grazer Architektenduo geplant.

Foto © APADie beiden Grazer Architekten Florian Riegler und Roger Riewe
Das Grazer Architekturbüro Riegler Riewe
(Florian Riegler/ Roger Riewe) bereitet den wichtigsten Museumsneubau
in Polen vor: Nachdem die beiden den Wettbewerb für das Neue
Schlesische Museum in Katowice (Kattowitz) im Vorjahr für sich
entschieden haben, erfolgt nun die Abstimmung des 30.000 Quadratmeter
umfassenden Raumprogramms. Die Ausschreibung eines
Generalunternehmers ist für das Frühjahr 2009 vorgesehen, die
Realisierung des mit 56,7 Mio. Euro limitierten und zu 60 Prozent von
der EU geförderten Projekts ist 2010-11 geplant.
Präsentation.
"Es geht um das Herzstück und die Seele der Region", sagte
Museumschef Leszek Jodlinski, der das Projekt gemeinsam mit den
Architekten Florian Riegler und Roger Riewe einer steirischen
Delegation unter Landeshauptmann Franz Voves (S) bei einem
Lokalaugenschein präsentierte. Auf dem 2,7 Hektar großen Areal über
einer ehemaligen Kohlengrube im Stadtzentrum der oberschlesischen
Industriestadt entsteht ein großteils unterirdisch angelegter Neubau,
der über markante Glaskuben und Spiegeln mit Tageslicht versorgt
wird. "Wir haben unseren Entwurf zugunsten der bestehenden und mit
einbezogenen Industriearchitektur zurückgenommen", erklärte Riegler.
Zwölf Meter geht es in die Tiefe, die Räume erstrecken sich über bis
zu drei Geschoße, wobei eine Halle für Wechselausstellungen die
gesamte Höhe nutzt.
Bezeizung mit Wasser.
Die viel weiter darunter liegenden alten Zechen bleiben von der
Intervention unberührt. Aus ihnen soll aber 16 Grad warmes Wasser
abgepumpt und zur Beheizung verwendet werden. Neben dem schon
bestehenden Sportzentrum und dem Museum ist in dem zentralen
Landschaftspark noch ein Konzert- und Opernhaus geplant.
Schlesisches Museum.
Dem Schlesische Museum, das seit 1984 in einem ehemaligen
Neorenaissance-Hotel untergebracht ist, wird in Zukunft nur noch die
Abteilungen für Archäologie und Ethnologie beheimaten. Die Sammlung
insgesamt umfasst vor allem wesentliche nationale Werke Bildender
Kunst bis in die Gegenwart. Der ursprüngliche Neubau des Schlesischen
Museums war 1939 fertiggestellt, aber bereits zwei Jahre später von
den NS-Besatzern zerstört worden.














