Steirische SP-Landesrätin legte Bilanz mit Gratis-Kindergartenentwurf
Vollath will die Kosten für Kindergärten mit Abgaben für das kleine Glücksspiel finanzieren. Die Schul-Infrastruktur soll überhaupt verbessert werden.

Foto © Erwin ScheriauPünktlich zur Halbzeit skizzierte die Landesrätin ihren Fahrplan zur Gratis-Kinderbetreuung
Zu ihrer Halbzeitbilanz skizzierte die steirische
Landesrätin für Bildung, Jugend und Familie, Bettina Vollath (S),
ihren Fahrplan für den Weg zur Gratis-Kinderbetreuung: Die
Anhörungsfrist einer entsprechenden Gesetzesnovelle ende diese Woche,
"es geht nur mehr um die Finanzierung", so Vollath. Sie könne sich
schon im Herbst eine Umsetzung des Entwurfs vorstellen. Finanziert
werden soll die Betreuung zum Beispiel von den erhofften höheren
Abgaben für das kleine Glücksspiel.
Gesetzesnovelle.
Die Bildungslandesrätin erklärte, dass sie die Gesetzesnovelle
schon länger in der Schublade gehabt, jedoch bisher nicht eingebracht
habe, da die Diskussion mit Regierungspartner ÖVP "nicht positiv
verlaufen" wäre. Da nun auch Vorstöße von der Volkspartei kämen, habe
sie den Entwurf zur Anhörung hervorgeholt. "Wenn der gemeinsame
politische Wille da ist, muss auch eine Finanzierung möglich sein,"
meinte Vollath.
Abgaben aus dem kleinen Glücksspiel.
Die Kosten von 35 bis 40 Mio. Euro - berechnet nach dem
derzeitigen Angebot an steirischen Kindergärten- und krippen -
könnten von Abgaben aus dem kleinen Glücksspiel entnommen werden,
schlug die Landesrätin vor. Der Unterausschuss, der sich schon seit
Monaten mit der Abgabenerhöhung befasse, befinde sich ihres
Wissensstandes nach in der finalen Phase. Obwohl somit die
Mehreinnahmen noch gar nicht fixiert wurden, hätten laut
Finanzlandesrat Christian Buchmann (V) von vergangener Woche bei der
Präsentation seines geplanten Doppelbudgets bereits mehrere
Regierungsmitglieder Anspruch darauf angemeldet.
Vollath zeigt sich zufrieden.
Rückblickend auf die vergangenen zweieinhalb Jahre als Landesrätin
zeigte sich Quereinsteigerin Vollath zufrieden. Sie habe wie geplant
die Studiengebühren für Fachhochschulen abgeschafft, die Steiermark
als Vorreiter für die Neue Mittelschule etabliert und das - schon von
ihrer Vorgängerin Kristina Edlinger-Ploder (V) forcierte - Angebot an
Ganztagesbetreuungsplätzen verdoppelt. In den kommenden Jahren sollen
rund 100 Mio. Euro in die Verbesserung der Infrastruktur in den
steirischen Berufs- sowie land- und forstwirtschaftlichen Schulen
investiert werden. Für die Jugend wurde ein Kofinanzierungsmodell mit
den Gemeinden geschaffen, damit diese sich die Personalkosten für
Jugendzentren leisten können.
Gratis-Kinderbetreuung.
Für die Zukunft stelle die Gratis-Kinderbetreuung einen
Schwerpunkt ihrer Arbeit dar. Ansonsten stünden die Frauen 2008 nach
der Bildung 2006 und der Jugend 2007 im Mittelpunkt. Eine
"Frauentour" durch die steirischen Bezirke starte im Mai.

















